Leben am Horizont

Mit den Rädern in die Welt

Der Einsame George? Nun, eher der einäugige...


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In Ecuador, dem Nabel der Welt

Da wir beschlossen hatten, unsere Reise zum Ende zu bringen, stiegen wir in Nazca in den Bus nach Lima – weiter nach Norden würden wir vorerst nicht kommen. Mit dem Nachbus kamen wir dann in der Millionenstadt an. Die Wohnungssuche gestaltete sich etwas schwierig, da es früh am Morgen war. Auch wurden wir in einem Hotel aufgefordert, die Katze im Sack zu kaufen, d.h. das Zimmer ohne vorherige Besichtigung zu beziehen. Da uns das nicht geheuer – und auch überteuert – vorkam, mussten wir etwas suchen, doch auf dem Weg zum Stadtteil Miraflores wurden wir dann doch fündig.

Wir hatten keinen längeren Aufenthalt geplant, sondern blieben nur gerade so lange, um eine Buslinie zu suchen, die uns mit unserem Gepäck so nahe wie möglich zur ecuadorianischen Grenze führen würde. Tatsächlich fuhr einer in die Grenzstadt Tumbes, von der aus es noch ungefähr 40 km bis Huaquillas in Ecuador sind. In Lima mussten wir uns von der anstrengenden Busfahrt erholen, denn Nachtfahrten im Bus sind kaum erholsam. Lediglich zum Nationalmuseum fuhren wir dann doch, um uns eine Ausstellung über den jahrzehntelangen Kampf der peruanischen Regierung gegen den „Leuchtenden Pfad“ (Sendero Luminoso), einer Guerillatruppe, die vor allem in den Regenwald-Regionen aktiv war, anzusehen und erfuhren, dass auf beiden Seiten verheerende Gräueltaten begangen wurden.

Weiter ging es nach Tumbes, dort blieben wir aber nur über Nacht, um uns nochmals auszuruhen und radelten dann über die Grenze nach Ecuador, meinem zweiten Heimatland.

Wir hatten uns mit meinem Onkel so verabredet, uns mit ihm im Dorf Tenguel zu treffen, wo er uns am nächsten Wochenende abholen wollte. Dieses Dorf liegt ca. 100 km von der Grenze entfernt, und damit wir dort hin kommen konnte, sollte uns in Huaquillas ein alter Freund meines Onkels abholen und für ein paar Tage beherbergen.

Zunächst war es etwas schwierig für uns, den richtigen verabredeten Treffpunkt zu finden, da es einen alten und einen neuen Grenzübergang gibt und uns die meisten Anwohner bis in die Stadt Huaquillas verwiesen. Erst als wir schon angekommen waren, wurde uns unser Fehler klar und wir mussten umkehren. Da wir zwischenzeitlich aber mit Onkel Marco in Verbindung standen, konnte der mit seinem Freund Juan einen neuen Treffpunkt für uns vereinbaren. Die Polizei fragte uns bereits, was wir denn hier am Straßenrand verkaufen würden – unser Namensschild hatte ihre Aufmerksamkeit erregt.

Endlich trafen wir auf Juan, der uns zusammen mit einem anderen Bekannten abholte, der das Transportfahrzeug zur Verfügung gestellt hatte – zwei Fahrräder plus jede Menge Gepäck kommen nun mal nicht in jedem Fahrzeug unter. In Tenguel angekommen, verbrachten wir ein paar Tage bei Juan und seiner Frau Katy.

Mit Juan in Tenguel

Mit Juan in Tenguel

Da der Ort recht nahe an der Küste liegt, gibt es hier eine Bananenplantage. Für alle, die es nicht wissen: Ecuador ist trotz seiner eher kleinen Fläche der größte Bananenexporteur der Welt. Was uns als Mitteleuropäer auch so gut wie nicht bekannt ist, ist die Vielfalt der Bananen, die es hier gibt. Was wir als „Banane“ kennen, heißt hier an der Küste „guineo“ (anderswo im Land „banano“ oder „plátano“). Doch aufgrund der Riesenmengen, die hier produziert werden, bekommen die Einheimischen, die hier leben, diese Bananen zu einem recht günstigen Preis oder ganz umsonst. Häufiger wird hier die „verde“ konsumiert (spanisch für „grün“), die Kochbanane, die man nicht roh verzehren kann (auch nicht, wenn sie „gelb“ wird), weil sie seht holzig ist und daher meist gebraten wird. Daneben gibt es auch noch „oritos“, kleine Baby-Bananen, die recht süß schmecken und die man häufiger als die „guineo“ antrifft, den jene werden fast sämtlich in alle Welt exportiert.

Verdes

Verdes

Patacones, fritierte Kochbanane

Patacones, fritierte Kochbanane

Kakao wächst hier ebenfalls

Kakao wächst hier ebenfalls

Chifles, ebenfalls aus Kochbananen

Chifles, ebenfalls aus Kochbananen

Wir hatten zusammen mit Juan die Gelegenheit, uns die ortsansässige Plantage und gleichzeitig Verpackung zu besichtigen, die laut eigenen Angaben ohne chemische Düngung auskommt und nur mit den Resten der alten Bäume düngt.

Ein paar hundert Meter muss man durch einen dicht bewachsenen Plantagenwald gehen, bis man die Männer bei der Arbeit beobachten kann. Jeder Trieb bringt eine Bananenstaude hervor. Beim Ernten wird der Stamm mit abgeschnitten und der nächste Stamm bringt die nächste Staude hervor. Wenn ein paar zig dieser Stauden an einer Kette hängen, transportiert man sie mit Muskelkraft nach vorne zum Abtrennen, Waschen und Verpacken. Nur die besten und unbeschädigten werden werden allerdings verpackt, denn wie das leider so ist, werden nur die bestaussehenden gekauft. Der Rest – ein ziemlich großer Rest – werden entweder lokal verspeist oder gleich wieder als Dünger auf Feld zurückgebracht.

Ernte der Bananenstaude

Ernte der Bananenstaude

Aufgereiht,...

Aufgereiht,…

...,gewaschen,...

…,gewaschen,…

...und verpackt.

…und verpackt.

Da wir uns schon so weit im Süden befanden, fuhren wir eines Morgens auch mit Juan in die größte Stadt des Landes, Guayaquil, um einen Eindruck von der Stadt zu kriegen. Die Stadt, die auch den größten Hafen besitzt und von wo aus die Bananen in alle Welt verschifft werden, besitzt zwei sehr hübsche Uferpromenaden (Malecón Salado und Malecón 2000 ). Im Parque Seminiario vor der Kathedrale Guayaquil tummeln sich im Park dutzende Leguane, weshalb der Park auch „Parque de las Iguanas“ (Leguan-Park) genannt wird.

Das alte Stadtviertel Guayaquils

Das alte Stadtviertel Guayaquils

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Am Malecón 2000

Am Malecón 2000

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Im Parque de las Iguanas

Im Parque de las Iguanas

Da Tenguel aber sonst nicht allzu viele touristische Attraktionen zu bieten hat, verbrachten wir den größten Teil der Zeit dort mit Ausruhen im gemütlichen Heim unserer freundlichen Gastgeber. Am nächsten Wochenende trafen dann zum Mittag Onkel Marco und Tante Maria Tere mit dem Auto ein. Wir verluden das Gepäck in den Kofferraum und die Räder kamen an eine Fahrradtransport-Konstruktion, die außen am Wagen angebracht wurde. Wir hatten vor, bis zum Ort Bucay zu kommen, um dort zu übernachten, denn an einem Nachmittag bis in die Hauptstadt Quito zu kommen, war leider unmöglich, zumal wir hofften, in der „Allee der Vulkane“, wie die Panamericana in diesem Abschnitt heißt, die sagenhaften ecuadorianischen Vulkane zu beobachten.

Onkel und Tante treffen ein

Onkel und Tante treffen ein

Die Fahrräder werden festgezurrt

Die Fahrräder werden festgezurrt

Kurz vor Bucay schlug Murphy allerdings zu: Wir hatten schon befürchtet, dass die Konstruktion für die Räder eventuell zu schwach für die manchmal holperige Straße sein könnte, doch als in der Dunkelheit auch noch unerwartet ein „toter Polizist“ auftauchte, bewahrheitete sich die Regel mal wieder: „Alles was schief gehen kann, geht auch schief“, und nach ein einem kleinen Hopser des Wagens auf der Straße war die Fahrradtransport-Einrichtung Geschichte.

Zum Glück hatten es die Räder aber überstanden uns es bis Bucay nicht mehr weit. So schwangen wir uns nochmal auf unsere Drahtesel, Marco und Mari Tere im Auto hinter uns, suchten mit Hilfe der Einheimischen ein Hotel und quartieren uns ein. Keinen Moment zu früh, denn es brach ein wahrer Wolkenbruch los, der die Straße in einen reißenden Fluss verwandelte. Das war so schlimm, dass man im Restaurant nicht mal was bestellen bzw nur mit langen Wartezeiten bestellen konnte, da die Rohre aufgrund des Regens verstopften.

Sintflutartige Regenfälle

Sintflutartige Regenfälle

Am nächsten Morgen machten wir uns früh auf den Weg, eine andere Möglichkeit des Weitertransports für die Räder aufzutreiben. Sie irgendwo mitliefern zu können, schien schwierig, denn bei vollen Bussen sind meistens auch die Laderäume mehr oder minder voll. Zeitweise überlegten wir gar, die Räder mit Seilen am Auto zu befestigen. Doch überraschend schnell ergab sich dann auf einmal doch eine Möglichkeit, sie in einem Bus nach Quito mitzuschicken, was wir dann kurzentschlossen wahrnahmen.

Erleichtert machten wir uns mit Onkel und Tante wieder auf den Weg. Murphy hatte aber noch nicht genug von uns: Die Vulkane ließen sich den ganzen Tag über nicht blicken. Dafür entschädigten uns unsere Verwandten auf andere Weise.

Bananenstauden am Straßenrand

Bananenstauden am Straßenrand

Nahe der Stadt Riobamba besuchten wir die älteste Kirche Ecuadors, La Balbanera, erbaut 1534, also nur 42 Jahre nach der Entdeckung Amerikas. Dort sahen wir zum ersten Mal, wie „Cuy“, also Meerschweinchen zubereitet wird, denn diese werden, falls ihr es bisher noch nicht wusstet, in Südamerika gegessen.

"La Balbanera"

“La Balbanera”

In Ambato luden uns unsere Verwandten dann tatsächlich zum Essen ein. Auf der Karte stand: „Cuy“. Etwas unbehaglich ist einem schon zumute, doch erstaunlicherweise besteht ein Meerschweinchen zum größten Teil aus Fett. Das Fleisch ist eher spärlich vorhanden und der am besten schmeckende Teil ist tatsächlich die knusprig gebratene Haut.

Cuy wird am Spieß gebraten

Cuy wird am Spieß gebraten

...und stückweise serviert

…und stückweise serviert

Um einige Geschmackserfahrungen reicher ging es weiter in die Stadt Salcedo, wo die nächste kulinarische Überraschung wartete. Denn dort wird selbstgemachtes Eis angeboten, das Salcedo-Eis, bestehend aus Sahne oder Milch in mehreren Schichten mit einheimischen Früchten. Das ganze wird in Kegelform verkauft, weil in Bechern hergestellt. Wer nicht glaubt, wie lecker das schmeckt, sollte es unbedingt einmal probieren.

Eis aus Salcedo

Eis aus Salcedo

Gegen Abend kamen wir schließlich in Quito an. Die Hauptstadt liegt in einem Talkessel und zieht sich bananenförmig über 50 km an den Bergflanken entlang.

Zunächst mussten wir die Fahrräder abholen gehen, die von der Busgesellschaft am Busbahnhof abgeliefert worden waren. Mit Marcos uns Mari Teres Hilfe war das überhaupt kein Problem, nur liegt der Busbahnhof fast am gegenüberliegenden Ende der Stadt im Vergleich zur Wohnung. Doch schließlich kamen wir an und bekamen ein eigenes Häuschen im Garten nur für uns zur Verfügung gestellt.

Quito von oben

Quito von oben

In den folgenden Tagen lernten wir vieles kennen: Zum einen war da meine Familie, die ich nach 22 Jahren zum ersten Mal wiedersah und somit neu kennenlernen musste. Für Martina war es ja gar das erste Mal überhaupt. Hoffentlich verstehen aber alle, dass ich nicht seht detailliert auf alle Personen eingehe, denn ich bin nunmal jemand, der nicht daran glaubt, dass man sämtliche persönliche Informationen über sich im Internet veröffentlichen sollte. Wie auch immer, es ist auf jeden Fall sehr belebend, nach so vielen Jahren einen Teil von sich selbst wiederzufinden, der ja so weit entfernt von einem lebt.

Mit Marco sahen wir uns weiterhin das weltberühmte Weltkulturerbe-Stadtzentrum Quitos an. Da ist zum einen die meterhohe Marienstatue La Virgen del Panecillo, die hoch über der Stadt thront und von deren Brüstung aus man fast die ganze Stadt überblicken kann. Ein anderes Mal fahren wir mit Marco mit der Seilbahn zur Basis des Hausbergs Pichincha, um die Stadt von oben zu überblicken.

Mit Marco auf El Panecillo

Mit Marco auf El Panecillo

Madonnen-Abbildung aus dem Inneren

Madonnen-Abbildung aus dem Inneren

Auch mein Familienname ist verewigt (ganz unten) - aber wer weiß, ob es ein Verwandter war?

Auch mein Familienname ist verewigt (ganz unten) – aber wer weiß, ob es ein Verwandter war?

In der Stadtmitte sehen wir uns die weltberühmten Kirchen San Francisco und La Compania an (aber im Inneren sind Fotos nicht erlaubt). Was diese Kirchen so außergewöhnlich macht, ist die Goldvertäfelung des Altars und Teile des Kirchenschiffs, wirklich sehr beeindruckend.

Portal von La Compania

Portal von La Compania


Auch die Basilica sehen wir uns mit Cousin Rubén (auch Junior genannt, um Verwechselungen mit dem Vater zu verwechseln) eines Tages an, wobei es sich um eine irgendwie nie richtig fertig werdende Kathedrale handelt. Interessant ist, dass die Wasserspeier nicht wie sonst üblich Fabelwesen, sondern real existierenden ecuadorianischen Tieren nachempfunden sind. Früher war es sogar mal möglich, nicht nur bis zur Aussichtsplattform der Türme, sondern bis auf die Spitze zu kommen, doch das wurde wohl als zu gefährlich verboten.

Portal von La Basilica

Portal von La Basilica

Kirchenschiff

Kirchenschiff

Man beachte die Wasserspeier

Man beachte die Wasserspeier

Der Durchgang zwischen den Türmen liegt über dem Kirchenschiff

Der Durchgang zwischen den Türmen liegt über dem Kirchenschiff

Ich und mein kleiner Cousin

Ich und mein kleiner Cousin

Wir unternahmen weiterhin mit Marco zahlreiche Ausflüge. Etwa nach Calderón, wo wir beobachten, wie Figuren aus Marzipan geformt werden (leider stirbt diese Kunst langsam aus) und die Märkte in Otavalo und San Antonio de Ibarra, welche berühmt sind für ihre interessanten Kunstmärkte.

Marzipan-Figur in Calderón

Marzipan-Figur in Calderón

Natürlich ließen wir auch das berühmte Mitad del Mundo (Mitte der Welt) nicht aus, ein meterhohes Monument, das genau am Äquator steht und dessen Standpunkt von einer französischen Vermessungsoperation errechnet wurde.

Blick aus der Seilbahn

Blick aus der Seilbahn

Der Pichincha von nahe

Der Pichincha von nahe

Am Mitad del Mundo

Am Mitad del Mundo

Das typische "Ich-trage-die-Welt"-Foto darf nicht fehlen

Das typische “Ich-trage-die-Welt”-Foto darf nicht fehlen

Am selben Tag fuhren wir auch zum Pululahua, einem ständig mit Nebel bedeckten Krater, welcher nur hin und wieder mal für ein paar Sekunden aufreisst.

Am Pululahua

Am Pululahua

Es gibt auch ein zweites Äquator-Monument in Quitsato. Das Besondere daran ist die Tatsache, dass dies der einzige Ort auf der Welt ist, an dem man ein rohes Ei gerade hinstellen kann (ohne es aufzuschlagen natürlich).

Das Ei des Kolumbus? Nein, denn der hat es ja zerschlagen...

Das Ei des Kolumbus? Nein, denn der hat es ja zerschlagen…

Mit Onkel und Tante auf dem Weg nach Otavalo

Mit Onkel und Tante auf dem Weg nach Otavalo

Fritadas

Fritadas

An einem Wochenende fahren wir mit Onkel Rubén und seiner Familie zur Lagune Quilotoa ein paar Stunden südlich von Quito, wo wir zur Vulkanlagune hinunter wandern und mit dem Kajak fahren.

Lagune Quilotoa

Lagune Quilotoa

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Grillabend mit Rubéns Familie

Grillabend mit Rubéns Familie

Ohne meinen Onkel Marco und seine Kontakte wären wir das eine oder andere Mal ganz schön aufgeschmissen gewesen, denn wir hatten zum einen vor, auf die Galapagos-Inseln zu fliegen als auch ein paar Tage im ecuadorianischen Regenwald zu verbringen.

Es ist nicht so leicht, zwei Flugtickets für einen Einheimischen und eine Ausländerin zu bekommen, die meisten Tarife bieten jeweils immer nur eines von beiden an (denn ausländische Touristen zahlen dafür leider erheblich mehr als Einheimische). Schließlich bekommen wir über eine Reiseagentur zwei günstige Plätze.

Zunächst unternahmen wir aber unseren Dschungel-Ausflug. Dazu fuhren wir, nachdem wir uns die verschiedenen Möglichkeiten überlegt hatten, schließlich ins etwa 5 Stunden entfernte Misahualli, wo sich gut organisierte Touren unternehmen lassen. Tatsächlich handelt es sich um ein kleines Dorf, wo alles auf derartige Touren ausgelegt ist und sich Last-Minute buchen lassen. Zufälligerweise lernten wir die deutsche Touristin Kerstin kennen, und zu dritt begeben wir uns mit unserem Quetschua-Führer Iván für drei Tage in den Urwald.

In Misahualli laufen Kapuziner-Äffchen frei herum. Doch Wehe, wer sein Essen mit sich herumträgt, kann es bald los sein

In Misahualli laufen Kapuziner-Äffchen frei herum. Doch Wehe, wer sein Essen mit sich herumträgt, kann es bald los sein

Der erste Tag beginnt mit einer Fahrt den Rio Napo hinunter, gefolgt von einer ca. fünfstündigen Wanderung durch den dichten Dschungel. Am Anfang gibt es noch vereinzelt Hütten von Anwohnern, doch schon bald sind wir mit Iván und dem Träger Jason in die Tiefen des Waldes vorgedrungen. Überall um uns herum waren Tierlaute zu hören, Iván versteht sich sehr gut darauf, die Tiere zu erkennen und imitieren, sodass sie ihm auch antworteten, doch wirklich sehen lassen wollte sich keines so richtig.

Schmetterlinge ...

Schmetterlinge …

...und exotische Spinnen gibt es zuhauf.

…und exotische Spinnen gibt es zuhauf.

Lianen

Lianen

Ihr dachtet, Ameise leben nur am Boden? Falsch gedacgt, diese leben im Inneren eines Baumes.

Ihr dachtet, Ameisen leben nur am Boden? Falsch gedacht, diese leben im Inneren eines Astes.

Das Mittagessen wird nicht auf dem Waldboden eingenommen, nein, unser Quetschua-Führer zaubert in Windeseile aus einigen Blättern und Ästen einen Tisch, auf dem die Mahlzeit zubereitet und drapiert wird.

Der Tisch wird gebaut.

Der Tisch wird gebaut…

...und ist nach schweißtreibender Arbeit endlich fertig.

…und ist nach schweißtreibender Arbeit endlich fertig.

Am Abend trafen wir im kleinen Quetschua-Dorf Santa Barbara ein, doch die Bewohner des Hauses, das uns als Nachlager dienen sollte, waren nicht da und kamen erst spät wieder zurück. Zum Glück sind sie an unangemeldete Besucher gewohnt (das ist hier nun mal so üblich).

Dichter Dschungelpfad

Dichter Dschungelpfad

Mit Iván und Kerstin

Mit Iván und Kerstin

In den folgenden Tagen zeigte uns Iván die Lebensweise der Quetschua, die sich sehr stark von der der Ecuadorianer in den Städten unterscheidet. Strom und fließendes Wasser sucht man hier vergebens, man badet im Fluss (ein einmaliges Erlebnis, in diesem Amazonas-Zufluss zu liegen), was auch dringend nötig ist, denn durch die Schwüle des Tages ist man bald vollkommen verschwitzt. Um Trinkwasser zu erhalten, werden Wasserfilter eingesetzt. Es werden verschiedene Pflanzen angebaut: Oritos, Kakao, Palmen (die im noch nicht ausgewachsenen Zustand auch essbar sind) und einiges mehr.

Beim naheliegenden Amazonas-Zufluss

Beim naheliegenden Amazonas-Zufluss

Fahrt über den Fluss

Fahrt über den Fluss

Ein Riesenbaum in der Nähe der Schule

Ein Riesenbaum in der Nähe der Schule

Iván beim Fallenstellen

Iván beim Fallenstellen

Die fertige Falle

Die fertige Falle

Auch eine Schule gibt es hier, wenn auch alle Kinder sich einen Schulraum teilen müssen. Man zeigt uns den traditionellen Tanz (wir müssen sogar mittanzen), wie man Fallen für die Tiere stellt, wie man mit Palmblättern einfache Webarbeiten herstellt und wie man Kakao zubereitet. Auf die andere Straßen- oder vielmehr Flussseite setzt man mit dem Kanu oder Einbaum über. Letzterer ist wirklich extrem wackelig und nur ein paar Minuten auszuhalten, denn man muss die Fahrt in der Hocke verbringen.

Der Kakao muss gemahlen werden

Der Kakao muss gemahlen werden

Und mit Milch und Honig gekocht ergibt das ein leckeres Gericht

Und mit Milch und Honig gekocht ergibt das ein leckeres Gericht

Eines Morgens stehen wir früh auf, um uns die Papageienschwärme anzusehen, die in der Nähe jeden Morgen Lehm essen kommen, um sich gegen die Stechmücken zur Wehr zu setzen. Überhaupt sind wir trotz Mückenabwehrmittel nach den drei Tagen völlig zerstochen, da die Biester an uns Geschmack gefunden haben.

Ein paar mehr Tiere sehen wir dann noch auf einer Nachtwanderung, denn viele Tiere im Wald sind eher nachtaktiv. Auch wenn das Ganze eher unheimlich ist und sich wenige Tiere sehen lassen, ist es eine sehr eingängliche Erfahrung.

Kröten sind nachaktiv...

Kröten sind nachaktiv…

...genauso wie Riesenspinnen.

…genauso wie Riesenspinnen.

Schließlich fahren wir mit dem Boot ein paar Kilometer flussabwärts und werden mit dem Taxi zurück nach Misahualli gebracht, wo wir uns am nächsten Morgen von Kerstin verabschiedeten und nach Quito zurückfuhren.

Auf der Rückfahrt

Auf der Rückfahrt

verfasst von dennis

Nur zwei Tage darauf bestiegen wir das Flugzeug und ein paar Stunden später stiegen wir aus dem kühlen Flugzeug hinein in die drückende Hitze der Galapagosinsel Baltra. Das absolute Paradies für Tierliebhaber mit einer reichhaltigen Unterwasserwelt.

Endlich mal der Cotopaxi, wenn auch nur aus dem Flugzeug

Endlich mal der Cotopaxi, wenn auch nur aus dem Flugzeug

Leider auch sehr teuer, um die Anzahl der Touristen in Grenzen zu halten. Unsere 9 Tage Galapagos kosteten an die 2000 Dollar (mit Flug). Kaum aus dem Flughafen heraus, winkte uns ein freundlicher Busfahrer nachdrücklich zu und liess uns auf Englisch wissen, er hätte nur auf uns gewartet. Erleichtert, so problemlos zur Hauptinsel Santa Cruz transportiert zu werden, stiegen wir in den Bus ein und liessen uns zum Hafen fahren. Dort entpuppte sich der vermeintliche Busfahrer als Reiseleiter und wir stellten ernüchtert fest, dass wir uns versehentlich einer Kreuzfahrtreisegruppe angeschlossen hatten. Glücklicherweise brachte uns der richtige Busfahrer zum Flughafen zurück und zeigte uns den nächsten Bus, der in Richtung Santa Cruz fahren würde. Zwei Busfahrten und eine Fährüberfahrt weiter waren wir gut in Santa Cruz angekommen und suchten uns ein Hostal.

Gleich darauf machten wir uns auf den Weg zum Darwincenter, einer Schildkrötenaufzuchtsstation. Die riesigen Landschildkröten der Galapagosinseln sind vom Aussterben bedroht, da die Eier und Jungtiere den eingeschleppten Feinden (Ameisen, Ratten, Katzen, Hunden,…) hilflos ausgeliefert sind. Deshalb werden die Eier, die die Landschildkröten in der Nähe des Meeres ablegen, eingesammelt und ausgebrütet. Die Jungtiere werden erst nach drei Jahren wieder in die Freiheit entlassen. Auf dem Weg zum Center stolperten wir fast über die Meeresleguane, die überall träge herumlagen.

Galapagos-Landleguan

Galapagos-Landleguan

Sowas sieht man hier häufig: Die Seeleguane liegen unweit des Meers mitten auf der Straße und pennen

Sowas sieht man hier häufig: Die Seeleguane liegen unweit des Meers mitten auf der Straße und pennen

Wir bewunderten die bunt gefärbten Krabben, die langsam auf den Felsen herumwanderten und wurden von einem Seelöwen überrascht, der sich völlig unbeeindruckt von den begeisterten menschlichen Fotographen an Land hievte und es sich auf den Weg gemütlich machte. Im Darwincenter sahen wir dann neben den jungen und kleinen Schildkröten auch das erste Mal die riesigen, ausgewachsenen Galapagosschildkröten. Ihr gemächlicher, ja unglaublich langsamer Gang war faszinierend, aber irgendwie hätte man sie gerne mal angeschoben. Es sah wahnsinnig anstrengend aus, wie sie sich da vorwärts schleppten.

Meereskrabben gibt es hier in Hülle und Fülle

Meereskrabben gibt es hier in Hülle und Fülle

Der Einsame George? Nun, eher der einäugige...

Der Einsame George? Nun, eher der einäugige…

Am nächsten Morgen fuhren wir mit einem Boot zu der Insel Isabella. Ich erfuhr, dass ich seekrank bin und die zweistündige Überfahrt war damit ziemlich unangenehm. Endlich wieder an Land wurden wir von Seelöwen und Meeresleguanen begrüßt, die sich an allen möglichen Stellen um den Hafen herum niedergelassen hatten. Nachdem wir uns wieder in einem Hostal einquartiert hatten, liehen wir uns Schnorchelequipment aus und begaben uns wieder zum Hafen. Dort stiegen wir mit unseren Wetsuits in das lauwarme Wasser und erkundeten die Unterwasserwelt. Unzählige tropische Fische tummelten sich zwischen den Felsen. Wir entdeckten einen Rochen, schwammen einer riesigen Meeresschildkröte hinterher und sahen dann sogar noch einen Kugelfisch. Abends griffen wir ordentlich in den Geldbeutel und buchten geführte Touren für die nächsten zwei Tage.

Auch das is typisch: Schlafende Seelöwen mitten suf und unter den Bänken

Auch das ist typisch: Schlafende Seelöwen mitten suf und unter den Bänken

Wenn man Glück hat, schwimmt sogar einre direkt an einem vorbei im Hafenbecken

Wenn man Glück hat, schwimmt sogar einer direkt an einem vorbei im Hafenbecken

Zunächst ging es am frühen Morgen in einem lustigen Touristenbus zu den Vulkanen Negra und Chica. Es nieselte, wie es im Galapagoswinter üblich ist und der Nebel verbarg uns die Sicht. Den Weg um den riesigen Vulkankrater, der mit schwarzer Vulkanasche gefüllt war, empfanden wir eher als langweilig. Wenigstens stoppte der Nieselregen irgendwann und die Sonne kam heraus. Nach einer ganzen Weile veränderte sich die Landschaft jedoch vollkommen. Je näher wir dem Vulkan Chica kamen, umso schwärzer und trostloser wurde es um uns herum. Wir wanderten nach Mordor…Umgeben von erstarrter Lava gingen wir immer näher zum Krater. Wieder einmal tat sich eine fremdartige Welt vor uns auf. Diese Tour hatte sich mehr als gelohnt.

Anreise mit dem "Touristenbus"

Anreise mit dem “Touristenbus”

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In der Kraterlandschaft

In der Kraterlandschaft

Am nächsten Tag stand eine Schnorcheltour in den Tunneles an, erstarrten Lavaformationen im türkisblauen Meer. Leider waren wir erst mal 50 Minuten im Boot unterwegs, eine Zeitspanne, die ich gerade eben noch gut aushielt. Dann bestiegen wir eine der Lavabrücken und besuchten eine kleine Gruppe von Blaufußtöpeln, die uns ebenso neugierig anschauten wie wir sie. Dann ging es ins Wasser, ausgerüstet mit einer billigen Unterwasserkamera (Die Bilder müssen erst noch entwickelt werden).

Blaufußtölpel

Blaufußtölpel

Und ein Junges...

Und ein Junges noch dazu

"Los Túneles"

“Los Túneles”

Eine vorbeischwimmende Wasserschildkröte

Eine vorbeischwimmende Wasserschildkröte

Der Führer zeigte uns ein Seepferdchen, das sich zwischen Algen versteckte, Seesterne und Seeigel. Irgendwann machten wir uns auf die Suche nach kleinen Haien. Der Führer schickte uns in eine Höhle, während er mit einem anderen Teil der Gruppe zur anderen Seite schnorchelte. In der Höhle waren fünf Haie, von denen zwei flohen und drei die eindringenden Menschen völlig ignorierten. Wir waren kaum einen Meter von den Haien entfernt, unglaublich. Als nächstes suchten wir noch eine Meeresschildkröte. Da das Wasser sehr kalt war, zog sich der Großteil der Gruppe auf das Boot zurück und wir schwommen zügig zu fünft in etwas tiefere Gefielde. Ziemlich schnell tauchte ein Schildkrötenweibchen auf, das in dem klaren Wasser wunderbar gut zu erkennen war. Die Schildkröte bahnte sich völlig unbeeindruckt von uns ihren Weg, wir konnten ihren Panzer anfassen, unter ihr durchtauchen oder auf sie zuschwimmen. Nach einiger Zeit schwomm noch ein kleineres Männchen vorbei, das wir auch eine Weile begleiteten. Wieder zurück auf der Insel besuchten wir die dortige Schildkrötenaufzuchtsstation. Lange beobachteten wir die seltsame, langwierige Schlafplatzsuche der Schildkröten und amüsierten uns köstlich.

Auch der hier schläft nur

Auch der hier schläft nur

Geckos...

Geckos,…

...schlafende Seehunde...

…schlafende Seehunde…

...und Strandkrabben findet man hier überall.

…und Strandkrabben findet man hier überall.

Nach einem langen Strandspaziergang ging es am nächsten Tag zurück zur Insel Santa Cruz. Dennis lieh sich Taucherbrille und Schnorchel aus und wir wanderten den Weg durch den Kaktuswald entlang, der zu einem weißen Traumstrand, Tortuga Bay, führte. Dennis schnorchelte und beobachtete einen Hai, während ich mich im Sand vom Auf und Ab der Bootsfahrt erholte. Zurück im Dorf trafen wir Kerstin wieder, die wir bereits aus dem Regenwald kannten. Überhaupt kamen uns schnell viele Gesichter bekannt vor, einigen anderen Touristen liefen wir so häufig über den Weg, dass man sich schon grüßte.

Am nächsten Morgen mieteten wir uns ein Taxi, das gleichzeitig als Reiseleiter fungierte. Wir wurden zuerst zu wieder einmal völlig vernebelten Zwillingskratern gebracht. Dennoch genossen wir die saftig grüne Landschaft, die im starken Kontrast zu der trockenen Küstenumgebung stand. Dannach fuhren wir zur Schildkrötenranch El Chalto, auf der sich jede Menge freilebende Schildkröten aufhielten. Der Taxifahrer führte uns über die Ranch, hinunter in einen Lavatunnel und trank anschließend einen Kaffee mit uns, der auf der Galapagosinsel angebaut wurde. Zuletzt setzte er uns bei einem wunderschön angelegten Weg durch das Wurzelgeflecht eines Mangrovenwalds in der Nähe des Dorfes ab.

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Ein leerer Schildkrötenpanzer dient als Fotomotiv.

Ein leerer Schildkrötenpanzer dient als Fotomotiv.

Die Schildkröten haben sich aufgrund des Regens in den Tümpel zurückgezogen.

Die Schildkröten haben sich aufgrund des Regens in den Tümpel zurückgezogen.

Verschlungene Bäume

Verschlungene Bäume

Vor der Lava-Höhle

Vor der Lava-Höhle

Nocheinmal mussten wir ins Boot, diesmal fuhren wir zur Insel San Christobal. Die See war stürmisch und rund um uns übergaben sich die Mitfahrer. Ich hatte es mit meiner Tablette gegen Seekrankheit, die ich mir in einer Apotheke in Santa Cruz gekauft hatte, gut getroffen und überstand die Überfahrt problemlos. In San Christobal dauerte es eine Weile, bis wir endlich ein erschwingliches Hotel gefunden hatten. Wir warteten noch, bis das Zimmer bezugsfertig war und erkundeten dann die Strände, auf denen sich ganze Massen an Seelöwen tummelten.

Wir besuchten das Interpretationcenter, ein Museum, in der die Geschichte der Galapagosinseln sehr gut dargestellt ist. Danach liehen wir uns Schnorchelequipment aus und fuhren mit dem Taxi zum Strand Loberia. Hier wimmelte es wieder von Seelöwen. Es gab sogar jede Menge Jungtiere, einige frisch geboren, andere mit drei Jahren immer noch an der Mutter saugend. Besonders schön war es, dass die Tiere keinerlei Angst vor den Menschen hatten. Wer zu aufdringlich war, wurde einfach angebrüllt oder im Notfall auch gebissen. Wir sprangen zu den Seelöwen ins Meer und begneten neben den wie der Blitz vorbeitauchenden Seelöwen den üblichen Verdächtigen: Einer Meeresschildkröte, tropischen Fischen, einem Rochen und sogar einem Oktopus, der so gut getarnt war, dass man ihn kaum erkannte – es sei denn er bewegte sich unvorsichtigerweise.

Eine unvorsichtige Krabbe

Eine unvorsichtige Krabbe

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Ein neugeborenes Seelöwenjunges

Ein neugeborenes Seelöwenjunges

Die Jungen werden auf den Galapagos 3 Jahre lang gesäugt,

Die Jungen werden auf den Galapagos 3 Jahre lang gesäugt,

Am nächsten Tag brachte uns unser letzter Schnorchelausflug zum Kicker Rock, einem gespaltenen Felsen. Das Meer ist dort tief, die Strömung zwischen den zwei Felsblöcken stark und somit ein idealer Aufenthaltsort für Hammerhaie. Gespannt sprangen wir ins Wasser. Unser Reiseleiter schlug mit seinen Schwimmflossen auf die Wasseroberfläche und mehrere kleine Riffhaie tauchten neugierig aus der Tiefe nach oben. Ihre klaren Umrisse gegen den türkisfarbenen Untergrund zu sehen war ein sehr intensives Erlebnis. Hammerhaie liessen sich jedoch leider nicht blicken. Anschließend fuhr uns der Kapitän es noch zu einem schönen weissen Sandstrand, auf dem wir vergnügt scheue Krabben beobachteten, die bei dem leisesten Anzeichen von Gefahr schnell in ihre Löcher im Sand flüchteten. Manche wagten sich jedoch so weit von ihrem Wohnloch weg, dass sie den Weg zurück nicht so ohne weiteres schafften. Dann nutzten sie geschickt die Fussstapfen im Sand für Deckung aus.

Beim Kicker Rock

Beim Kicker Rock

Ein Reiher am Strand

Ein Reiher am Strand

Martina fühlt sich hier wohl

Martina fühlt sich hier wohl

Die Seelöwen auch

Die Seelöwen auch

Auch Pelikane gibt es hier zuhauf....

Auch Pelikane gibt es hier zuhauf

Den Großteil des nächsten Tages verbrachten wir mit der Beobachtung von Seelöwen an den Sandstränden um das Dorf herum und von Fregatvögeln und Blaufußtölpeln bei dem Meereszugang Tinteras. Dann geht es wieder zurück nach Quito.

Ein paar Tage später lud uns Dennis Onkel Rubén zu einem Ausflug in das Regenwaldgebiet um Mindo ein. Mit den zwei Rubens machten wir einen Abstecher nach Tulipe, wo wir die Überreste einer alten Zivilisation ansahen, bevor wir in Mindo in ein völlig aus Holz gebautes Hotel eincheckten. Nach einem leckeren Forellenmittagessen besuchten wir ein Hostal, in dessen Garten sich eine unglaubliche Anzahl von Kolibris an den mit Zuckerwasser gefüllten Behältern labten. Wir entdeckten mindestens 5 verschiedenen Arten, darunter Kolibris mit aberwitzig langen Schnäbeln oder winziger Statur, kleiner als ein kleiner Finger. Der Flügelschlag ist so schnell, dass man die Flügel nicht erkennen kann (80 Flügelschläge pro Sekunde). Wir hörten dem Brummeln der Flügel eine Weile zu und staunten über die schnelle, abgehackte und präzise Flugbahn. Der Abend klang aus bei Pizza und Wein und endete bei einem Bier im Hotelpool.

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Eine unglaubliche Vielfalt an Kolibris.

Eine unglaubliche Vielfalt an Kolibris.

Am nächsten Morgen fuhren wir mit einem der lustigen Touristenbusse zu einer Seilbahn, die uns mitten in den Wald brachte. Dort wanderten wir zu fünf verschiedenen Wasserfällen. Ruben junior, der Biologe ist, erzählte jede Menge interessanter Anekdoten zu den Pflanzen und Tieren des Regenwaldes, die um uns herum auftauchten. Auf dem Höhepunkt der Tour entdeckte er ein Tukanpärchen, wunderschön bunte Vögel mit langen Schnäbeln, die wir aus der Ferne beobachten konnten.

Genau hiinsehen: Im Geäst verbirgt sich ein Tukan.

Genau hinsehen: Im Geäst verbirgt sich ein Tukan.

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Mit Onkel Rubén und Junior vor den Wasserfällen

Mit Onkel Rubén und Junior vor den Wasserfällen

Nach gut zwei Jahren ist damit unsere Reise bald zu Ende. In ein paar Tagen fliegen wir zurück nach Deutschland. Wir freuen uns darauf, Familie und Freunde wiederzusehen.

Es werden noch ein paar abschließende Einzelheiten folgen, also verliert noch nicht das Interesse.

Allen einen ganz herzlichen Dank für das Interesse an unserer Reise und das Lesen unserer Artikel.

verfasst von martina

Was für eine Idylle...


2 Kommentare

Nach Machu Picchu und Nazca

Es waren nur noch ein paar Tage bis Cusco, nur leider standen sie unter keinem guten Stern. Innerhalb des letzten Monats hatten wir so viele Platten wie selten zuvor und das riss auch jetzt nicht ab. Wir hatten den vorherigen Platten an Martinas Fahrrad nur zwei Tage vorher geflickt, da war ich schon wieder dran, denn irgendein Scherzkeks hatte Reißzwecken auf der Straße liegen lassen. So war es nicht nur einer, sondern gleich zwei Platten an diesem Tag noch vor dem Mittag.

Etwas Ungewöhnliches hatte der Tag dann außerdem noch. Eine ganze Fahrradkolonne von über 20 Fernradlern kam uns entgegen, die eine organisierte Radreise unternehmen und mit mehr Komfort, dafür aber auch teurer als wir reisen. Einer davon stellt sich als Lucho aus Trujillo heraus, der dort ein berühmtes Casa de Ciclistas betreibt, eine Art Gasthaus extra für Radler, in dem wir auch bleiben könnten. Mittlerweile haben wir jedoch andere Pläne, doch dazu später mehr.

Wir treffen Lucho an der Strasße - weit von Trujillo entfernt

Wir treffen Lucho an der Straße – weit von Trujillo entfernt

Berglandschaft vor Cusco

Berglandschaft vor Cusco

Den Altiplano haben wir offiziell verlassen, als wir die Grenze zur Region Cusco überquert haben, doch das hindert die Berge hier nicht daran, weiterhin bis auf über 3500 Meter oder höher anzusteigen. Endlich kamen wir in der nicht eben kleinen Stadt an und mieteten uns in einem Hotel ein. Zunächst ist anzumerken, dass hier alles auf Touristen ausgelegt ist, was, wie auch oben schon, zwar den Komfort, aber auch den Preis erhöht. Z.B. ein Mittagessen wäre etwa fünfmal so teurer wie wir es sonst so gewohnt sind, aber zum Glück gibt es nicht weit von unserem Hotel ein paar Lokale in der für uns sonst üblichen Preisklasse.

Kirche Santo Domingo in Cusco. Im Inneren darf nicht fotografiert werden

Kirche Santo Domingo in Cusco. Im Inneren darf nicht fotografiert werden

Lange hatten wir hin und her überlegt, ob es sich für uns wirklich lohnen würde, die Inka-Stadt Machu Picchu zu besuchen, denn die Anfahrt dahin ist aufwändig und teuer. Im Allgemeinen muss mit Zug und Bus anreisen, und wenn man an einem Tag hin und zurück will, auch noch extrem früh, um 2:30 Uhr morgens, aus Cusco losfahren. Das Ganze kann dann schon mit umgerechnet über 200 US-Dollar pro Person zu Buche schlagen. Kein Wunder, dass die peruanische Tourismus-Industrie knapp 90% ihrer Einnahmen über Machu Picchu verdient.

Die Neugier siegte bei uns dann schließlich, aber wir entschieden uns für die Sparvariante per Bus und 2-stündiger Wanderung. Es ist wohl auch die Anfahrt per Rad möglich, aber die würde bei unserem momentanen Tempo ca. eine Woche dauern und wäre außerdem eine Sackgasse. Unsere Anfahrt war zwar auch nicht die billigste, aber in etwa 2 Tagen machbar.

Zunächst ging es mit leichtem Gepäck im Bus los (den Rest konnten wir kostenlos im Hotel lassen) und es folgte ein 7-stündige Fahrt bis „Hidroelectrica“, der letzten größeren Bahnstation vor Machu Picchu-Dorf „Aguas Calientes“. Da es am Tag zuvor im Süden des Landes ein Erdbeben gegeben hatte (ihr habt es vielleicht in den Nachrichten gehört), das wir aber nur leicht gespürt haben, war der Weg unterwegs teilweise durch einen Erdrutsch blockiert, doch das hielt unseren Bus nur ungefähr eine halbe Stunde auf.

Endlich wieder Blumen...

Endlich wieder Blumen…

Erdrutsch! Alle Passagiere müssen raus, damit der Bus sicher vorbei kommt.

Erdrutsch! Alle Passagiere müssen raus, damit der Bus sicher vorbei kommt.

Auf und ab nach Machu Picchu

Auf und ab nach Machu Picchu

Von „Hidroelectrica“ bis „Aguas Calientes“ sind es die besagten 2 Stunden Fußmarsch. Zum Glück waren die meisten Mahlzeiten und die Unterkunft inklusive.

Pause im Grünen

Pause im Grünen

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Zwischen Banananpflanzen einher…

Am nächsten Morgen fuhren wir dann mit dem Bus zur alten Inka-Stadt mit dem Bus hinauf – nicht inklusive, aber die Alternative wäre ein erneuter anderthalbstündiger Fußmarsch gewesen. Aus Erfahrungsberichten im Internet wussten wir, dass allein der Aufstieg so anstrengend sein kann, dass danach die Motivation, durch die Ruinen zu wandern, leiden kann. Zusammen mit unserem (englischsprachigen) Fremdenführer liefen wir dann durch die atemberaubende Stadt, die eingebettet zwischen den Bergflanken liegt und erst Anfang des 20.Jahrhunderts wiederentdeckt wurde und restauriert wurde und erfuhren viel über die Lebensweise der Inkas in der Stadt. Es ist nicht überraschend, dass Machu Picchu zu einem der neuen sieben Weltwunder gekürt wurde.

Die alte Inka-Stadt von oben, einfach sagenhaft.

Die alte Inka-Stadt von oben, einfach sagenhaft.

Steinmauern der Stadt

Steinmauern der Stadt

Ein Chinchilla sitzt zwischen den Mauervorsprüngen

Ein Chinchilla sitzt zwischen den Mauervorsprüngen

Auch Lamas weiden hier

Auch Lamas weiden hier

Was für eine Idylle...

Was für eine Idylle…

verfasst von dennis

Gegen Ende der Tour verschwand unsere Gruppe irgendwo zwischen den Ruinen und wir irrten eine Weile kreuz und quer herum. Nachdem wir uns eine Ermahnung eingefangen hatten, dass wir uns nur in die richtige Richtung bewegen sollen (die meisten Wege in Machu Picchu sind Einbahnwege), gaben wir unsere Suche auf. Wir stiegen in Richtung Sonnentor nach oben, um uns vor unserem langen Rückweg durch den Dschungel von Aquas Calientes nach Hidroelectrica ein wenig auszuruhen und dabei die phänomenale Aussicht zu genießen. Eine Stunde später befanden wir uns auf dem zweistündigen Fußmarsch zurück zu unserem Minibus. Wir wanderten zwischen Bananenpflanzen und wildem Grün und freuten uns über die üppigen Farben, die uns nach der eher kargen Hochandenlandschaft um Cusco wie ein Wunder vorkamen. Hunde der Anwohner begleiteten uns eine Weile, bis sie nach und nach plötzlich ins dichte Gestrüpp ausbrachen und dort irgendeiner interessanten Spur nachjagten. Sogar die Hundekacke am Weg, umschwirrt von einer Traube aus Schmetterlingen, fügte sich harmonisch in die Landschaft ein.

"Zersetzer"-Schmetterlinge

“Zersetzer”-Schmetterlinge

Mit Muskelkater ging es für uns dann über unzählige Serpertinen mit dem Bus zurück nach Cusco. Von dort aus wollten wir über die Anden über fünf 4000er hinunter nach Nazca radeln, bevor wir mit dem Bus die lange Wüstenstrecke zur ecuadorianischen Grenze abkürzen. Doch schon nach zwei Tagen Fahrt zwang uns der Reisedurchfall erneut zu einer Pause, während mein Rad mal wieder mit einem Platten im blühenden Garten stand. Genug vom zähen Vorankommen der letzten Wochen stiegen wir kurzerhand in den Bus, der uns ohne weitere Zwischenfälle nach Nazca brachte.

Papayas zum Mittagessen

Papayas zum Mittagessen

Der erste 4000er auf dem Wag nach Nazca

Der erste 4000er auf dem Wag nach Nazca

Die heiße Wüstenluft brachte uns bereits bei der Abfahrt vom letzten Berg in die Ebene zum Schwitzen. Bei der Ankunft n dem Touristenort ließen wir uns direkt von zwei Schleppern zu einem relativ günstigen Hostal chauffieren und uns überreden, einen Flug über die Nazcalinien zu buchen. Es war seit langem mal wieder so wunderbar einfach, ja zu sagen und dann alles serviert zu bekommen, dass wir die zusätzlichen Gebühren ohne mit der Wimper zu zucken in Kauf nahmen. Der Flug über die ca. 15 cm tiefen Linien war kurz, aber eindrucksvoll. Aus knapp 100 Metern Höhe wirkten die kleineren Figuren trotz ihrer enormen Größe winzig, waren aber gut erkennbar. Ein überdimensionales Suchbild in der Wüste.

Ein kleine einmotorige Cessna bringt uns nach oben....

Ein kleine einmotorige Cessna bringt uns nach oben….

Martina ist schon voller Vorfreude

Martina ist schon voller Vorfreude

Die wüstenartige Umgebung um Nazca

Die wüstenartige Umgebung um Nazca

"Der Astronaut" oder auch "Der Mann"

“Der Astronaut” oder auch “Der Mann”

"Der Affe"

“Der Affe”

"Der Kolibri"

“Der Kolibri”

"Die Hände" - man beachte den Maßstab der Figur

“Die Hände” – man beachte den Maßstab der Figur

Ein wenig bedauern wir das nahende Ende unserer Reise, je näher wir unserem Ziel Quito kommen. Andererseits freuen wir uns wahnsinnig auf unsere Familien und Freunde, ein richtiges Zuhause und ja, auch darauf wieder zu arbeiten. Unser schnelllebiges Nomadenleben einzutauschen gegen Sesshaftigkeit, die uns erlaubt, etwas längerfristiges zu erschaffen.

verfasst von martina

Eindrücke aus Tiwanaku


Ein Kommentar

Von Oruro zum Titicacasee

In Oruro erlebten wir ein geschäftiges Treiben, das uns sofort in den Bann schlug. Hunderte von bunt gekleideten bolivanischen Frauen saßen hinter den unterschiedlichsten Haufen von Waren am Straßenrand und verkauften. Es gab Obst, Gemüse, Süßigkeiten, Suppenküchen, Zahnpflegeprodukte, Eis, Getränke… Besonders beliebt war Götterspeise mit Sahnehaube. Sahne und Götterspeise wurden bereits zuhause vorbereitet und dann vor Ort sorgfältig aus großen Plastikbehältern in kleine, durchsichtige Plastikbecher drapiert. Nach den entbehrungsreichen Wochen am Paso Jama und der Lagunenroute fühlten wir uns wie im Paradies, besonders weil das Essen für uns sehr günstig ist. Wir interessierten uns vor allem für Bananen und Mandarinen, die wir gleich zu den typischen Portionen von 25 Früchten für 10 Bolivianos, also ca. 1 Euro (25 por 10) kauften. Dann fanden wir einen Laden, der Süßigkeiten in größeren Mengen verkauft und wir holten uns begeistert eine Packung mit 40 Schokoriegeln. Damit füllten wir unsere mittlerweile recht leeren Taschen wieder auf, so dass wir uns endlich wieder schwer bepackt auf den Weg machen konnten.

Wie wir bald erfahren sollten, ist das unaufdringliche Marktleben in Oruro nichts außergewöhnliches in Lateinamerika. Selbst in kleineren Orten können wir genüsslich an den Ständen vorbeischlendern. Leider ist die Qualität der Ware nicht immer die beste. Da sich wieder einmal eine unserer beiden Luftpumpen verabschiedet hat, suchten wir nach einem Ersatz. Nach langem Stöbern mussten wir uns mit einem schweren und großen Billigprodukt begnügen, das nach zweimaligen Plattenaufpumpen kaputt war. Momentan bleibt uns nichts als zu hoffen, dass unsere letzte Pumpe weiterhin durchhält.

Mit etwas stärkerer Besiedlung konnten wir es meist so einrichten, dass wir uns mittags in einem Dorf befanden. Dann leisten wir uns ein 2-4 Gänge Menü, das überall für ca. 8-15 Bolivianos als almuerzo, Mittagessen, angeboten wird. Die kulinarischen Absonderlichkeiten schließen Pommes in der Spinatsuppe und so etwas wie Schafszunge als Reis- bzw. Nudelzugabe mit ein.

Ungewohntes Essen: Zungenähnliches Fleisch

Ungewohntes Essen: Zungenähnliches Fleisch

Bis wir die Hauptstadt La Paz erreichten, zelteten wir meistens abseits der Straße auf einem unbestellten Acker. Das Zelten war für uns meistens angenehmer als ein Zimmer zu belegen. Obwohl wir bisher nie an schmutzige Betten gerieten, waren die Räume doch häufig nicht allzu sauber, die Toiletten teilweise ekelerregend und die Duschen eiskalt. Die Bolivianer, die uns etwas ausfragten, wunderten sich jedoch des öfteren wo wir schlafen wollen oder geschlafen haben und waren erstaunt, wenn sie von unserem Zelt erfuhren.

Einfahrt nach La Paz - El Alto

Einfahrt nach La Paz – El Alto

Unwetter im Anzug

Unwetter im Anzug

Nach ein paar Tagen in La Paz fuhren wir weiter nach Tiwanaku (oder Tihuanaco) in der Nähe des Titicacasees, unserem letzten Stopp in Bolivien. In Tiwanaku befinden sich uralte Prä-Inka-Ruinen aus einer Zeit zwischen 1500 v.C. bis 1200 n.C und wurde damit nicht durch die Inkas, sondern durch sehr viel ältere indigene Kulturen.

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Eindrücke aus Tiwanaku

Eindrücke aus Tiwanaku

Meerschweinchen

Meerschweinchen

Leider hat uns in Tiwanaku der Reisedurchfall wieder erwischt und uns den Weg um den Titicacasee ziemlich schwer gemacht. Die riesige Wassermasse und das erste zarte Grün nach Wochen der Trockenheit berührte uns nur am Rande. Den peruanischen Hirten und Bauern, die überall ihre kleinen Acker bebauten und uns häufig begeistert zuwinkten und zuriefen, konnten wir nur schlapp zurückwinken. Erst in Puno gab es eine Bank und damit eine Möglichkeit, Tabletten zu erwerben und uns in einem Gasthaus ein wenig auszuruhen. Nach einer Woche hatten wir unsere Verdauung wieder einigermaßen im Griff und wir machten einen Ausflug zu den schwimmenden Inseln der Uros (Ureinwohner des Titcacasees). Die Uros leben mittlerweile hauptsächlich vom Tourismus und so tauchten wir in eine touristisch aufbereitete, faszinierende, doch längst vergangene Parallelwelt ein. Zunächst ging es mit einen Motorboot auf den Titicacasee, wo wir die aus Schilf gebauten schwimmenden Inseln der Uros ansteuerten. Dann wurden wir auf der Insel herumgeführt, konnten Andenken kaufen und eine kleine Fahrt im Schilfboot machen. Diese Fahrt in der feuchten und abgasfreien Luft über den Titicacasee genossen wir besonders – so ganz anders als das staubige Radfahren der letzten Tage.

Am TiticacaßSee

Am Titicacasee

Sogar deustsches Bier gibt es hier

Sogar deustsches Bier gibt es hier

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Auf den Islas flotantes (treibende Inseln) der Uros

Auf den Islas flotantes (treibende Inseln) der Uros

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Überfahrt mit einem der Boote der Uros

Überfahrt mit einem der Boote der Uros

Puno von oben

Puno von oben

Erholt brachen nach einer Woche Aufenthalt in Puno in Richtung Cusco auf. Leider waren unsere Körper durch den Durchfall geschwächt, so dass wir uns kurze Zeit später eine Erkältung zuzogen und erneut eine Woche Halt machen mussten, diesmal in dem winzigen Örtchen Pukara. Hier überraschten uns die Hotelbesitzer mit ihrer Fürsorge, die eine befreundete Krankenschwester informierten, die fortan jeden Tag vorbeischaute und sich nach unserem Befinden erkundigte. Ich bekam sogar zwei Spritzen verabreicht, die mäßig halfen. Mittlerweile befinden wir uns in Ayaviri und sind langsam wieder unterwegs nach Cusco. Gestern leisteten wir uns statt dem üblichen Menü eine Pizza Hawaii, die ungewöhnlich süß schmeckte, aber nach monatelanger Pizzaabstinenz trotzdem eine Wonne war. Nach soviel Strapazen hoffen wir dann bald in Cusco anzukommen.

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Typische Altiplano-Landschaft

Typische Altiplano-Landschaft

Kirche in Ayaviri

Kirche in Ayaviri

verfasst von martina

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Über die Lagunenroute zum Salar de Uyuni

Zunächst einmal müssen wir uns bei euch entschuldigen, dass wir uns solange nicht gemeldet haben, doch leider ist der Weg, den wir eingeschlagen haben, äußerst abgeschieden von der Zivilisation und somit auch vom Internet. Unser Handy hat hier auch keinen Empfang mehr, was bedeutet, dass wir vorerst wohl keine SMS schicken können. Nachfolgend unser Bericht.
Aus Salta nahmen wir uns ausreichend Lebensmittel mit, denn wir konnten nicht erwarten, vor dem Ende der Lagunenroute in Bolivien noch eine größere Gelegenheit dazu zu bekommen. Schwer bepackt (und bald auch um einen Speichenbruch reicher) machten wir uns auf den Weg.
Zwischen Salta und der nächsten größeren Stadt San Salvador de Jujuy trafen wir dann zu unserem Erstaunen auf ein ansehnliches Stück Regenwald, dass wir einen Tag lang durchfuhren. Dafür, dass wir den Rest der Durchfahrt Argentiniens bislang fast nur die trockene Pampa gesehen hatten, waren wir dann doch überrascht.

 

Dschungel nahe Salta

San La Muerte – Schrein in Argentinien

In Jujuy blieben wir nicht, sondern setzten unsere Fahrt zum kleinen Ort Purmamarca fort, von wo wir unsere letzten Erledigungen vor Bolivien durchführen wollten. Mehrere Probleme  lagen noch vor uns:
Zum einen konnten wir leider nirgends Informationen darüber finden, ob es uns an der Mini-Grenze Boliviens möglich sein würde, an bolivianisches Geld zu kommen. Auch in Salta war uns das nicht gelungen und Radler, die uns hier entgegen kamen, hatten diesen Weg nicht eingeschlagen. So machten wir uns mit dem Bus auf in den argentinischen Grenzort La Quiaca, um dort auf der bolivianischen Seite noch schnell Geld zu wechseln. Diese Aktion nahm einen ganzen Tag in Anspruch.
Das nächste Problem war die Höhenanpassung. Da wir uns in Bolivien auf knapp 4500 Meter über dem Meeresspiegel befinden würden und dort der Sauerstoffgehalt schon um einiges niedriger als auf unseren etwa 2200 Meter sein würde, wollten wir uns für den Aufstieg ca. eine Woche Zeit lassen, um keine Höhenkrankheit oder Soroche zu bekommen.
Schon der erste Tag auf dem Weg nach oben war für unsere Lungen so anstrengend, dass wir einen Pausentag im Zelt einlegten. Tatsächlich zeigten sich auf ca. 3500 Metern einige der typischen Soroche-Symptome wie Kopfschmerzen, Schwindel und Appetitlosigkeit. Nach dem Ruhetag ging es uns besser und wir wagten uns auch gleich über den 4200er-Pass. Danach fiel der Weg erstmal wieder auf etwa 3700 m ab.

Farbige Berge in Purmamarca

Die steile Cuesta de Lipán, fast geschafft!

Im für die nächsten Wochen letzten Dörfchen Susques blieben wir noch ein paar Tage, um unseren Körpern genug Zeit zu geben, sich an die dünnere Atemluft zu gewöhnen. Im Durchschnitt, so hatten wir erfahren, benötigt der Körper ca. 2 Wochen, um sich auf eine etwa 2000 m höhere Umgebung einzustellen und mehr rote Blutkörperchen zu bilden. Danach lässt es sich halbwegs normal atmen und radeln. Zwar hatten wir von Radlern gehört, die das Ganze auch völlig ohne Anpassungstage durchziehen, wir aber konnten in diesen ersten zwei Wochen kaum radeln und keuchten sogar auf flacher Strecke nur mühsam im Schneckentempo umher. In den vielen kleinen Fahrpausen bestaunten wir die faszinierende Altiplanonatur und genossen die wärmenden Strahlen der Höhensonne in der eisigen Luft.

Salinas Grandes , die erste größere Salzfläche

Vereister Fluss

Campen in der Pampa

Schließlich war da das Problem mit der Grenzüberquerung. Aus allen Berichten, die wir bislang gehört oder gelesen hatten, ging hervor, dass fast alle Radler die Route entweder in umgekehrter Richtung bereisten oder vom chilenischen San Pedro de Atacama aus losfuhren. Auch hieß es, die Ein- und Ausreise könne erst in diesem Ort stattfinden, knapp 160 km von der argentinischen Grenze entfernt und außerdem schon wieder auf 2500 m, also vorbei an der bolivianischen Grenze und wieder runter vom Altiplano, der südamerikanischen Hochebene, auf der Bolivien zum größten Teil liegt. Alles wieder runter und wieder hochzufahren, wollten wir aber auf jeden Fall vermeiden, da allein das Hochfahren um die 2 Tage gedauert hätte.
Unterwegs meinten auch mehrere Leute, es sei möglich, über dem Paso de Jama direkt auszureisen, weil da jetzt ein chilenischer Grenzposten sei. Also setzten wir alles auf eine Karte und trugen den Grenzern unser Anliegen vor. Und so erhielten wir, weil wir ja so nette Leute sind, vor Ort den letzten chilenischen Ein- und Ausreisestempel in unsere Pässe.
Der Weg den Altiplano hinauf ist wahrhaftig kein Zuckerschlecken. Neben den anstrengenden Pässen und der Höhenanpassung sind hier oben wieder mal enorme (Gegen-) Winde im Gange, die uns an Patagonien erinnerten. Der Westwind beginnt ab ca. 10 Uhr vormittags und nimmt an Stärke immer weiter zu. Um uns den Fahrspaß zu erhalten gewöhnten wir uns an, mit den ersten Sonnenstrahlen um ca. 8 Uhr aufzubrechen und ab ca. 14 Uhr zu zelten. An der chilenischen Grenzabfertigung sind außerdem mal wieder alle frischen Lebensmittel wie Obst und Gemüse zurückzulassen, sodass wir auf Dosen- und Trockennahrung sowie Kekse zurückgreifen mussten. Kalkuliert hatten wir für die Lagunenroute etwa 10 Tage, doch wie das so ist, Salta war, außer Jujuy, die letzte Möglichkeit, sich in größerem Maß mit Lebensmitteln einzudecken, an die später nicht mehr zu kommen ist, und durch Anpassungstage und aufgrund der noch so großen Entfernung bis nach Bolivien war das Ganze schneller als erwartet zusammengeschmolzen. Somit blieb zu hoffen, dass es auf der Lagunenroute genug nachzukaufen gäbe und nicht gar zu teuer ausfallen würde, wie das etwa im chilenischen Torres del Paine der Fall ist.
Zu guter Letzt ist es hier auch noch Winter und das bedeutet, dass es hier in der Höhe nachts knackig kalt wird. Selbst am frühen Morgen zeigt das Thermometer bei Sonne noch unter -10°C und klettert erst gegen 10 Uhr in den positiven Bereich. Das geht allerdings fast nicht mit Schnee einher, es herrscht fast immer eitel Sonnenschein.
Von der bolivianischen Grenze Hito Cajones trennten uns noch fast 100 km im Gegenwind und ohne Versorgung. Es gibt dort noch einen Altiplano-See, wo es eigentlich Flamingos geben sollte, doch von denen lässt sich kein einziger sehen. Auch den sogenannten Moai de Tara bekamen wir eher nebensächlich vor die Linse.

Altiplano-See

Endlich kamen wir am Abzweig zu Bolivien an und trafen dort die beiden deutschen Radler Anja und Niko, die im Urlaub hier ebenfalls die Lagunenroute fahren wollten. Wir fuhren auch einige Tage mit den beiden zusammen. Davon später mehr.
Hier war es erst mal vorbei mit dem Asphalt, der größte Teil der bolivianischen Straßen besteht hier aus sandigen Fahrspuren. Die meisten Touristen sind hier daher mit gemieteten Jeeps unterwegs, was für sie enorm ins Geld gehen kann.

Der sandige Weg nach Bolivien

Kurz nach der bolivianischen Grenze beginnt der Nationalpark und damit erst die Lagunenroute. Es folgt fast unmittelbar die erste Lagune, die Laguna Blanca. Es gibt auch Unterkünfte, doch ist diese Gegend ziemlich abseits aller Infrastruktur und wir waren noch den Standard aus Argentinien und Chile gewohnt und da es aufgrund gefrorener Wasserleitungen keine – und schon gar keine warme – Dusche geschweige denn Heizung gab, verschoben wir das Experiment bolivianischer Unterkünfte erst mal auf später und fuhren gleich die Laguna Blanca an. Am nächsten Morgen mussten wir die eiskalte Furt zwischen dieser und der Laguna Verde durchfahren, so genannt, weil sie sich am Morgen grün färben soll. Andere Quellen behaupten, das wäre eher nachmittags der Fall. Eine wirkliche Umfärbung haben wir nicht beobachtet, aber da dutzende Jeep-Touristen schon so früh am Morgen dort waren, muss wohl etwas dran gewesen sein.

An der Laguna Blanca

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Laguna Verde

Auf Schiefer und Sand ging es weiter. Es galt, einen 4700m-Pass zu überqueren. Der Sand, den die vorbei brausenden Jeeps aufwirbelten, nahm uns oft die Sicht aber hin und wieder hielt doch mal einer und wir bekamen nach dem obligatorischen Foto auch mal eine Flasche Wasser kredenzt. Bei der Abfahrt kamen wir an den Piedras de Dalí vorbei, einer Steinformation, die so unvermittelt in einer Wüstenlandschaft herumsteht, dass sie an ein Gemälde des spanischen Malers erinnert.

Sand- und Schieferweg

Bei den Piedras de Dalí

“Siga la huella única”-“Folgen Sie der einzigen Spur”-Wenn das mal so einfach wäre…

Am nächsten Tag schloss sich die Laguna Chalviri an, eine mit heißen Quellen ausgestattete Lagune, in der die Touristen baden können. Da uns derbe Ansturm aber zu groß war, räumten wir bald das Feld und zogen weiter. Zum Glück bekamen wir von der dortigen Restaurant-Inhaberin etwas Gemüse geschenkt, sodass der Vitaminnachschub gesichert war.  Lebensmittel nachkaufen kann man auf der Lagunenroute schon, nur Obst und Gemüse ist echt Mangelware hier.

Thermalquellen der Laguna Chalviri

Anstrengend blieb es auf jeden Fall die ganze Zeit, die meisten Tage bestanden halb aus Fahren über sandige oder steinige Pisten und halb aus Schieben durch zentimetertiefen Sand. Mehr als 20-30 km pro Tag kamen wir da nicht voran. Die meisten Radler benutzen aufgrund der mangelhaften Beschilderung hier ein GPS, doch da wir außer für Turkmenistan bislang dafür noch nie Verwendung gehabt hätten, bahnten wir uns nur mit Kompass und Karte den Weg.
Dass mein über 20 Jahre alter DDR-Kompass nochmal zum Einsatz kommen würde und dann auch noch auf der Südhalbkugel der Erde, hätte ich ja nicht für möglich gehalten. Viele Kompasse funktionieren angeblich nur auf einer der beiden Hemisphären fehlerfrei – laut den Kundenberatern deutscher Outdoorshops zumindest. Doch in der DDR hat man damals anscheinend mitgedacht (warum, ist mir ein Rätsel, denn wann konnte ein DDR-Pfadfinder schon hoffen, auf der Südhalbkugel den richtigen Weg suchen zu müssen?) oder die modernen Kompassbauer bauen heutzutage absichtlich fehlerhaft anzeigende Geräte. Würde mich ehrlich gesagt nicht wundern, dann muss man ja 2 von den sauteuren Dingern kaufen und mit sich rumschleppen.
Wie auch immer, trotzdem muss man sich dabei auch auf eine gute Karte verlassen können und die gibt es von Bolivien leider nicht, zumindest was die Lagunenroute betrifft. So war es dann auch nicht verwunderlich, dass wir uns dann doch mal verfuhren, denn die „Wege“ sind hier ja nur von den Jeeps in den Sand gedrückte Fahrspuren, und zwar sowohl von Touristen als auch von Einheimischen. In diesem Fall war der offenbar besser erhaltene Weg einer zu einem der Dörfer und wir bemerkten unseren Fehler erst, als der nächste Besichtigungspunkt auf der Liste so gar nicht auftauchen wollte und der Weg zudem statt auf 4900 m anzusteigen, eher nach unten ging. Schließlich hielten wir einen Jeep an, der von einem Bolivianer gesteuert wurde und erfuhren, dass wir über 10 km in die falsche Richtung gefahren waren.
Es ging also zurück, bis wir endlich beim nächsten Etappenziel, dem Geysirfeld Sol de Mañana („Morgensonne“) angekommen waren, dem höchstgelegenen der Welt. Da es schon Abend geworden war, blieben wir gleich da. Es gab blubbernde Schlammpfützen zu bestaunen und die Geysire, die kein Wasser, sondern nur Dampf ausstoßen, zischten vor sich hin. Über all dem lag ein mehr oder minder starker Schwefelgeruch. Am nächsten Morgen, also zur Morgensonne, stellte sich die Aktivität tatsächlich anders dar: Die Geysire waren viel aktiver als abends zuvor, selbst die Schlammpfützen waren eingenebelt.

Am Sol de Mañana

Blubbernde Schlammpfützen

Wir campen in sicherer Entfernung

Direkt am Geysir…

…der ununterbrochen Dampf ausstoesst

Schließlich brachten wir 1 ½ Tage damit zu, zur nächsten Lagune, der Laguna Colorada, zu kommen. Hierbei muss ich mal loswerden, dass in fast der gesamten nicht-spanischen Literatur, die wir zur Lagunenroute konsultiert haben, der Name dieser Lagune falsch geschrieben wird. Also, Leute:  Laguna Colorada und nicht etwa Colorado, wie der amerikanische Bundesstaat. Doch dies nur am Rande.

Flussueberquerung

Wir beschlossen, an der Colorada mal einen Tag Pause einzulegen, denn seit Susques waren wir jeden Tag gefahren, also fast 2 Wochen lang. An der Colorada befindet sich das kleine Campamento „Ende“ mit ein paar Läden und Unterkünften. Hierbei handelt es sich um Herbergen, in der es neben einem Bett und einem Abendessen kaum mehr gibt, aber wenigstens Ausruhen und Eimer-Duschen (mit kaltem Wasser !) war drin.
Auch Anja und Niko waren hier untergekommen und wir teilten uns ein Zimmer mit ihnen. Waren wir uns bislang hin und wieder über den Weg gefahren, so fuhren und schoben wir von nun an mehr oder weniger gemeinsam die Lagunen ab.
Endlich konnten wir auch noch die restlichen Vorräte aufstocken. Angeblich sollte man hier auch irgendwie an Benzin kommen, das wir ja für unseren Kocher brauchen, doch niemand der Einheimischen schien davon zu wissen oder was zu haben. Glücklicherweise kamen aber am nächsten Tag ein paar Leute an der Herberge vorbei, die offenbar Handwerker waren und das Haus unserer Gastwirtin begutachten mussten. Da hier alle Jeepfahrer ihren Benzinvorrat auf der Lade- oder Dachfläche mitschleppen müssen, konnten wir ihnen einen Liter abkaufen.

Bescheidene Unterkunft an der Laguna Colorada

Anja und Niko vor der Unterkunft

Diskussion mit der Gastwirtin

Der Park – aber nicht die Lagunenroute – endet einige Kilometer hinter der Laguna Colorada und es gibt hier einen Kontrollposten. Das Ticket zum Eintritt ist eigentlich nur 4 Tage gültig, was wir aber übersehen hatten. Die Parkwächter drückten ein Auge zu, denn wir 4 Radler waren schon den 7.Tag hier im Park. Offenbar waren wir nicht die ersten, die hier mal etwas länger brauchen, was auch bei der Schwierigkeit der Piste gar nicht verwunderlich ist.
Es folgte ein – natürlich sandiger – Wüstenabschnitt bis zum Árbol de Piedra, einem baumähnlich geformten Stein. Wir kamen dort zu viert an und wurden nicht schlecht von den zahlreichen Jeep-Touristen bestaunt. Einer von ihnen verwickelte uns auch in ein halbstündiges Gespräch und so kamen wir nach über einer Woche mal wieder an etwas frisches Obst, das er uns schenkte.

Am Árbol de Piedra

Árbol de Piedra aus der Naehe

Es schloss sich einer der schwierigsten Teile der Lagunenroute an, denn es musste ein Pass von etwa 4700 Meter überquert werden. Das hört sich erst mal harmlos an, denn die allgemeine Höhe hier liegt ja bei 4500, nur kam hier noch hinzu, dass wir extremen Gegenwind und soviel Sand vor uns hatten, dass der größte Teil des Tages nur schiebend zu bewältigen war. Selbst bis zum Abend hatten wir es noch nicht bis zur Passhöhe geschafft und so begnügten wir uns mit einer etwas schiefen Zeltstelle am Anstieg. Anja und Niko ist es irgendwie gelungen, sich noch die letzten 5 km zur Spitze hochzukämpfen – dafür holten wir die beiden am nächsten Morgen wieder ein, denn wir hatten uns beim Paso Jama angewöhnt mit den ersten Sonnenstrahlen aufzubrechen.

Sandiger Weg…

…schiebend den Pass hinauf…

…mit ein paar Pausen…

…bis es endlich wieder runter geht.

Wir näherten uns erneut über sandige und steinige Jeep-Pisten den letzten 5 Lagunen, die alle kurz aufeinander folgen: Die kleine Laguna Ramaditas (manchmal auch Laguna Santa Cruz genannt), die Laguna Honda, die Laguna Chiar Kota, die Laguna Hedionda und die Laguna Cañapa. An allen, aber besonders an der Hedionda finden sich große Mengen an Flamingos, die im Salzwasser nach Algen suchen. Wir sind begeistert und schwelgen am Strand, um den Vögel zuzusehen.

Bei den 5 Lagunen.

Flamingos an der Laguna Hedionda

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Im Hotel an der Lagune übernachten wir auch zusammen mit Niko und Anja in einem Zimmer. Am nächsten Tag wissen wir nicht recht, was wir von den hiesigen Sitten halten sollen, denn wir geraten etwas mit der Hotelbesitzerin aneinander, die den Preis fürs Zimmer einfach erhöht. Zwar nur minimal, aber für uns hat es damit zu tun, dass wir nicht in US-Dollar bezahlen. Schon am Abend zuvor hatten wir irgendwie den Eindruck gehabt, die Dame  hat nicht allzu viel für Radfahrer übrig. Wohlgemerkt, es handelt sich um ein Hotel, dass erheblich mehr Komfort bietet, nur ist es wohl so, dass hier der durchschnittliche Gast etwas mehr springen lässt. Zum Beispiel das ältere französische Ehepaar, dass hierher chauffiert wurde und gestern den ganzen Abend aufs Aufmerksamste bedient wurde. Sogar eine Tischdecke gab es für das Ehepaar im Restaurant.
Für Anja und Niko endet die Fahrt an diesem Tag, denn sie müssen unbedingt nach La Paz weiter, so dass sie mit den Jeepfahrern einen Deal mit Abtransport nach Uyuni abgeschlossen haben. An der Laguna Cañapa werden ihre Räder aufgeladen und die beiden düsen mit ihrem Fahrer davon. Wenn ihr das lest, ihr beiden, wir hoffen, ihr hattet eine gute Heimfahrt.

Schnee bei der Abfahrt von der Laguna Hedionda.

Ein letztes Foto mit Niko und Anja

Unser Weg war aber noch längst nicht vorbei. Die letzte der Lagunen hatten wir jetzt endlich hinter uns, aber bis zur Zivilisation war es noch weit. Über eine sehr steinige Piste, die ebenfalls halb schiebend bewältigt werden musste, ging es weiter. Dabei stellten wir fest, dass wir nicht die einzigen Durchgeknallten hier oben sind, denn es kamen uns 2 französische Wanderer entgegen, die, wenn wir es richtig verstanden haben, von der andern Seite des Salar de Uyuni aus bis zu uns 8 Tage gebraucht haben. Der Salar de Uyuni ist die riesige Salzpfanne, die noch vor uns lag und für den wir diese Fahrt ebenfalls auf uns genommen haben. Die Wanderer hatten ungefähr den gleichen Tagesschnitt wie wir – 20 bis 30 km pro Tag – aber sie können für 3 Tage ohne Versorgungsmöglichkeit pro Person höchstens 5 Liter Wasser mitschleppen, soviel wie wir für einen Tag!

Mit den französischen Wanderer (wir haben leider vergessen, sie nach den Namen zu fragen

Am Abend hatten wir zeitweise wieder so etwas wie Straße unter den Rädern. Das letzte Highlight der Lagunenroute lag vor uns, der noch aktive Vulkan Ollagüe, dem die eine oder andere Rauchfahne entfleuchte und angeblich auch in letzter Zeit ein paarmal ausgebrochen ist.

Am Vulkan Ollgüe. Man beachte die leichte Rauchfahne an der Spitze. Im Vordergrund ist erstarrte Lava zu sehen.

Lang hielt die Straße nicht vor, denn da wir zum Salar de Uyuni wollten, mussten wir einen Quer-Feld-Ein-Weg nehmen, um zum ersten richtigen Ort San Juan zu kommen. Endlich, drei Tage nachdem wir von Anja und Niko Abschied genommen hatten, kamen wir in dem Dorf an, mieteten uns in einem Hotel ein und ruhten erst mal zwei Tage aus. Das Frühstück gab es umsonst dazu, weil wir die einzigen Gäste im ganzen Hotel waren. Das war auch zum ersten Mal seit langem wieder reichlich, denn so ein Radlermagen verbraucht nun mal mehr Kalorien als der normale Durchschnittsmensch.
Abgesehen von den Geschenken der Restaurantbesitzerin und des Kanadiers hatten wir auch kaum Vitamine auf dem Weg abgekriegt, wenigstens etwas Gemüse war hier jetzt zu kriegen, auf Obst mussten wir vorerst noch verzichten.
Es blieb weiterhin anstrengend: Nachdem wir – wegen fehlendem GPS oft durch Fragen an vorbei fahrende Autos oder Passanten – endlich den richtigen, schlecht ausgeschilderten Weg gefunden hatten, sahen wir zur Mittagspause zum ersten Mal den Salar von Weitem.

Der Salar de Uyuni von Weitem

Wir mussten noch einen Tag fahren, bis wir ihn dann endlich unter den Sohlen, will sagen Reifen hatten, denn der Salar geht sanft von salzigem Sand in eine relativ gut befahrbare, harte Salzkruste über. Ziel war die Insel Inca Huasi, die berühmteste der scheinbar über 100 „Inseln“, also Erdhügeln mitten im Salar.
Dummerweise hatte uns ein Bewohner des letzten Orts aber einen falschen Tipp gegeben: Angeblich sei die Insel vom Rand aus sichtbar und er zeigte sie uns auch. Wir wussten nur, dass wir uns 40 km nicht ganz nördlich halten sollten. Die beschriebene Spitze stellte sich aber immer mehr als eine kleine Bergspitze des Gebirges heraus, das hinter dem Salar liegt.
Es gibt auch eine Fahrspur auf dem Salar, doch diese ist nicht eindeutig. So fuhren wir versehentlich zu weit östlich und sahen unsern Fehler erst nach knapp 20 km ein.
Eine Orientierung auf dem Salar ist schwierig, denn in alle Richtungen sind nur die Salzfläche oder verschiedene kleine Inseln zu sehen. Am späten Nachmittag steuerten wir einfach die nächstgelegene Insel grob in Fahrrichtung an, die, man sollte es nicht glauben, tatsächlich noch über 20 km entfernt war und doch die ganze Zeit wie zum Greifen nahe erschien. Hieran bemerkten wir nicht zum ersten Mal, wie stark die Wahrnehmung der Entfernung auf dem Altiplano beeinträchtigt ist.

Noch auf der Erde? Ja, auf dem Salar de Uyuni.

Verkleinerungseffekt? Die extrem flache Salzflaeche macht solche Bilder moeglich.

Salzkruste des Salars.

Isla Inca Huasi. Kaum zu glauben, aber sie ist noch über 20 km entfernt.

Es wurde schon dunkel, als wir endlich an der Insel ankamen. Es war wirklich die Isla Inca Huasi, zum Glück! Der erste Einwohner, Don Alfredo, beherbergte bereits den französischen Radler Louis, der aus der Gegenrichtung gekommen war. Wir wurden von Don Alfredos Frau  bewirtet, zum Abendessen gab es Quinoa-Suppe.
Früh am nächsten Morgen bestiegen wir die Insel, um den Sonnenaufgang, der über den Salar hereinbricht, zu beobachten, ein wahrhaft spektakulärer Anblick.

Der Salar bei Sonnenaufgang.

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Eigentlich hatten wir vorgehabt, von hier aus über den Salar nach Osten Richtung der Stadt Uyuni weiterzufahren und von dort aus nach Norden, doch Louis meinte, der Weg nördlich um den Salar herum sei auch gut befahrbar.
Also entschlossen wir uns, jenen Weg zu nehmen, da der Weg von Uyuni nach Norden wohl eher schlechter sein sollte. Zwar brachte uns das in die Lage, eventuell zu wenig Geld für den Weg bis nach Oruru, der nächsten größeren Stadt in Bolivien zu haben, doch erstaunlicherweise reichte es gut aus, um alle Grundnahrungsmittel nachzukaufen. Im ersten Dorf nach dem Salar konnten wir dann auch endlich wieder Obst kaufen, das erste seit fast zwei Wochen!
Immer noch war es hügelig und zwischendrin konnten wir einen riesigen Meteoritenkrater bewundern, an dessen Flanke sich ein kleines Dorf gebildet hatte.

Zutrauliche Lamas.

Mitten durch die Lamaherde.

Quinoa-Statue.

Meteoritenkrater noerdlich vom Salar.

Doch nach zwei weiteren Tagen bekamen wir erstmals seit Chile wieder Asphalt unter die Räder, zwar noch mit Sand durchsetzt, doch es wurde immer mehr. Endlich, etwa 90 km vor Huari, war der Asphalt dann ganz da. In wenigen Tagen schafften wir es bis Oruro – noch wenige Tage zuvor hätten wir dafür doppelt so lange gebraucht. Hier werden wir uns einige Tage aufhalten, um auszuruhen und setzen dann den Weg nach Norden fort.

verfasst von dennis


Ein Kommentar

Auf der Ruta 40 durch das dornenreiche Zentralargentinien

Nach fast 2-wöchigem Aufenthalt in Santiago machten wir uns mit leichterem Gepäck auf nach Norden. Es gibt zwei mögliche Routen, zum einen quer durch die chilenische Atacama-Wüste oder entlang der Ruta 40 durch Argentiniern. Wir entschieden uns für letzteres, denn in der Wüste wären wir aller Voraussicht nach ziemlich auf uns allein gestellt und ohne allzu viele Versorgung gewesen – vor allem ohne Wasser, denn angeblich hat es dort in manchen Teilen, soweit es Menschen bekannt ist, noch nie geregnet.

Weinreben auf dem Weg aus Santiago hinaus

Weinreben auf dem Weg aus Santiago hinaus

So machten wir uns auf, um über unseren ersten richtigen Andenpass mit einer Höhe von 3200 m nach Argentiniern zu gelangen. Doch wir hatten gleich schlechte Vorzeichen: Es regnete. Zunächst war uns der Regen willkommen, denn er spülte den Smog weg und endlich waren die Hausberge Santiagos sichtbar. Dann erfuhren wir sogar, dass der Regen hier als Segen verstanden wird, weil er so selten ist. Leider wurde es mit dem Regen aber kalt und in einer Höhe über 1500 m regnete es nicht, es schneite. Der Pass, über den wir wollten, war also zugeschneit und gesperrt. Ein deutscher Radler, denn wir kurz vorher noch trafen, war gerade noch durchgekommen. Da wir das Ende der Regenphase nicht abschätzen konnten, quartierten wir uns zwangsläufig nochmal in einer Hostería, der letzten vor dem Pass, für ein paar Tage ein, lasen und wanderten durch die Schneelandschaft.

Kilometerlange LKW-Schlangen am Pass Cristo Redentor

Kilometerlange LKW-Schlangen am Pass Cristo Redentor

Ungewöhnliches Bild: Eingeschneiter Kaktus

Ungewöhnliches Bild: Eingeschneiter Kaktus

Auf dem Rückweg zur Hostería nach dem Einkauf

Auf dem Rückweg zur Hostería nach dem Einkauf

Endlich war es dann soweit, der Pass war geräumt und wir konnten umzingelt von LKWs und mit ausgeruhten Beinen hinauf. Der interessanteste Teil des Aufstieg besteht aus 29 dicht aufeinander folgenden Kehren, die teilweise an einer Steilwand liegen. Jede Kurve wird per Schild mitgezählt, damit man auch weiß, wann man endlich oben ist… Und dann geht es nochmal 5 Kilometer zum Pass hinauf. Über 3000 Höhenmetern wurde uns schon die Luft etwas knapp und das Radeln somit sehr anstrengend. Die letzten 100 Höhenmeter schoben wir denn auch hinauf, obwohl die Steigung selbst eher gering war. Oben standen die LKWs Schlange. Die Grenze selbst liegt im Tunnel, den wir nur per Chauffeur durchqueren durften. Dieser fand sich in einem der Straßenbauarbeiter, der uns auch ganz begeistert half und auf die andere Seite bugsierte.

Der Weg die 29 Kehren hinauf von unten...

Der Weg die 29 Kehren hinauf von unten…

...und von oben

…und von oben

Fast geschafft

Fast geschafft!

LKWs ohne Ende

LKWs ohne Ende

An diesem Abend fuhren wir noch ein Stück weit auf argentinischem Gebiet noch nicht ganz unter die Schneegrenze, die wir hier bei 2500 Höhenmetern (statt wie in Chile bei 1500) durchkreuzten. Hier hatten wir unsere erste Begegnung mit den argentinischen Dornengewächsen, die problemlos Martinas pannensicheren Reifen plätteten. Beim Austauschen des Schlauchs kam ein neugieriger Kondor vorbei, der sich das komische Treiben ganz aus der Nähe ansehen wollte. Ohne es zu wissen, hatten wir unser Zelt kurz vor dem Aussichtspunkt auf den Aconcagua aufgeschlagen, dem höchsten Andenberg mit fast 7000 Metern. Erst am nächsten Morgen versuchten wir, einen Blick zu erhaschen. Leider war der Blick durch dichte Wolken vollkommen versperrt (trotz ansonstem wieder recht schönem Wetter). Ganz ehrlich gesagt hätte er sich auch kaum von den umliegenden Bergen abgehoben, denn obwohl wir um die 4500 m unter seiner Spitze waren, sind die umgebenden Berge mit ihm beinahe gleichauf, sodass er auf Fotos relativ unspektakulär wirkt. Danach rollten wir auf die Puente del Inca zu, eine natürliche Steinbrücke, die schon den Inkas bekannt war. Ungefähr hier war auch der südlichste Ausdehnungspunkt des damaligen Inkareiches kurz vor ihrer Eroberung durch die Spanier.

Endlich auf der anderen Seite

Endlich auf der anderen Seite

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Ein Kondor beim Aconcagua. Er flog nur wenige Meter über unsere Köpfe hinweg

Ein Kondor beim Aconcagua. Er flog nur wenige Meter über unsere Köpfe hinweg

Der Aconcagua bei gutem Wetter...

Der Aconcagua bei gutem Wetter…

...aber leider sah es bei uns so aus. Der Berg ist gerade eben noch ungefähr in der Bildmitte im Hintergrund zu erkennen.

…aber leider sah es bei uns so aus. Der Berg ist gerade eben noch ungefähr in der Bildmitte im Hintergrund zu erkennen.

Puenta del Inca

Puenta del Inca

Wie auch immer, durch eine anfangs noch gebirgige, dann aber zunehmend flacher werdende Straße fuhren wir zur nächsten großen Stadt Mendoza. Ungefähr hier bogen wir auf die berühmte Ruta 40 ab, die Argentinien einmal der Länge nach durchläuft. Wir kamen trotz des altbekannten Gegenwindes gut zügig voran, der in Zentralargentinien doch wesentlich schwächer als in Patagonien ist. Nach weiteren vier Platten in unseren pannensicheren Reien lernten wir, nicht achtlos zum Zelten oder Mittagessen in die dornenreiche Pampa zu fahren. In dieser Gegend gibt es vermehrt stachelige Pflanzen, die sehr harte Dornen haben und außerdem winzige Dörnchen, die bei oberflächlicher Betrachtung einem Stein ähneln. Bei einer Inspektion der Mäntel fanden wir insgesamt 20 Dornen, die tief im Reifen steckten, aber noch kein Loch verursacht hatten. Danach ließen wir die Räder an der Straße stehen oder trugen sie über die unsichtbaren Dornenfelder hinweg zu einer sicheren Stelle. Keine weiteren Platten seitdem :-)

Gebirgige Gegend

Gebirgige Gegend

Ein Schrein für Difunta Correa, einer weiteren argentinischen Schutzheiligen. Wer durstig ist, findet hier Wasser...

Ein Schrein für Difunta Correa, einer weiteren argentinischen Schutzheiligen. Wer durstig ist, findet hier Wasser…

Wasserstandsanzeiger in der Steppe. Aber bei den Überschwemmungen wichtig, die von den Anden heransausen.

Wasserstandsanzeiger in der Steppe. Aber bei den Überschwemmungen wichtig, die von den Anden heransausen.

Dornenbusch in Nordargentinien.

Dornenbusch in Nordargentinien.

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In der argentinischen Dornensteppe

In der argentinischen Dornensteppe

Nachdem wir aus der Stadt Jáchal heraus waren, türmte sich mit der Cuesta de Miranda („Aufstieg der schönen Aussicht“) ein gewaltiges Hindernis auf. Nicht nur war die Cuesta de Miranda, eine über 2000 Meter hohe Erhebung, auf einem Schotterweg zu überqueren, sondern es hieß plötzlich von der Polizei, wir müssten aufgrund von Bauarbeiten außen herum fahren. „Außen herum“ bedeutet aber mal gerade locker 300 bis 400 km. Auch war es nicht so, dass in Jáchal oder in irgendeinem anderen Ort zwischendrin jemand etwas davon gewusst hätte.

Etwas ratlos fragten wir nochmal im nächsten Ort nach und dort war man mehrheitlich der Meinung, mit dem Fahrrad sollte ein Durchkommen schon möglich sein. Wir hatten schon einen kleinen Umweg eingeschlagen, doch für eine Rückkehr zur ursprünglichen Route war es noch früh genug, sodass wir beschlossen, direkt an der Baustelle um Erlaubnis zu fragen und das Risiko einzugehen, wieder zurückgeschickt zu werden. Und tatsächlich ist ein Durchkommen für Autos nicht möglich, denn auf einem etwa 3 km langem Gebiet ist der Weg sehr schmal und wird asphaltiert. Zum Glück war wenig Überzeugungskraft unsererseits nötig, um durchgelassen zu werden und so erwies sich die Überquerung zwischen den Baufahrzeugen und Straßenarbeitern als echtes Abenteuer. Besonders faszinierten uns die aus dem Nichts auftauchenden riesigen Kakteen, die uns den ganzen weiteren Weg durch Argentinien begleiten sollten.

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Bauarbeiten an der Cuesta de Miranda

Bauarbeiten an der Cuesta de Miranda

Die "schöne Aussicht"

Die “schöne Aussicht”

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Der Weg im Wesentlichen: Immer geradeaus

Der Weg im Wesentlichen: Immer geradeaus

Riesige Kakteen

Riesige Kakteen

Danach gab es wieder nur die dornenreiche Pampa zu sehen, die zum Teil so flach war, dass wir von einer kleinen Erhöhung aus ohne Probleme am Morgen unseren Schlafplatz am Abend ausmachen konnten.

Erst in der Gegend um Cafayate wurde es wieder aufregend. Zwischen den Städten Cafayate und Salta liegt die sogenannte Quebrada de las Conchas, eine Schlucht zwischen in allen Farben, besonders in Rottönen, schillernden Bergen mit ungewöhnlichen Felsformationen. In der Nähe liegen auch die Ruinen des Indianerdorfes Quilmes, eines Stammes, der der Eroberung durch die Spanier über 130 Jahre lang standgehalten hat und jetzt restauriert und mit Kakteen bewachsen zur Besichtigung freigegeben ist. Ein einheimischer Fremdenführer erzählt uns einiges über das Dorf und man kann richtig sehen, wie nahe ihm die Geschichte seiner damals verschleppten Vorfahren geht.

Ruinas de Quilmes

Ruinas de Quilmes

Steppen-Papageien

Steppen-Papageien

In der Quebrada de las Conchas bestaunten wir die Felsen, die so ungewöhnliche Namen wie Los Castillos (Die Burgen), El Sapo (Die Kröte) oder ähnliches haben und einfach sagenhaft anzusehen sind. Unterwegs treffen wir auch mitten auf der Straße auf unsere erste Lama-Herde, die Martina für eine Pflanze oder so halten, jedenfalls kommen sie schnurstracks auf sie zu und wollen mal ihr orangefarbenes T-Shirt probieren. Aber als Martina lachend abwehrt, sehen sie dann doch ihren Fehler ein und ziehen weiter.

In der Quebrada de la Concha (Muschelschlucht)

In der Quebrada de la Concha (Muschelschlucht)

Los Castillos

Los Castillos

Berge in verschiedensten Farben

Berge in verschiedensten Farben

Allerdings sehr kurvenreich

Allerdings sehr kurvenreich

Lamas im Anmarsch

Lamas im Anmarsch

Da kommen sie an und wollen mal kurz Martinas T-Shirt kosten...

Da kommen sie an und wollen mal kurz Martinas T-Shirt kosten…

...aber dann gehen sie ganz friedlich wieder

…aber dann gehen sie ganz friedlich wieder

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Weitere Eindrücke von der Quebrada

Weitere Eindrücke von der Quebrada

Ein weiteres Highlight: La Garganta del Diablo (Teufelsrachen)

Ein weiteres Highlight: La Garganta del Diablo (Teufelsrachen)

In Salta quartierten wir uns für eine Weile ein, um uns auszuruhen und auf unseren nächsten Abschnitt vorzubereiten. Vor uns liegt eine weitere Andenüberquerung nach Chile und Bolivien zum Salar de Uyuni und damit eine Reihe von Pässen, die zum Teil knapp auf 5000 Meter hochgehen. Diese anstrengende Tour verlangt sorgfältige Akklimatisation und jede Menge Lebensmittel und Wasser im Gepäck, verspricht aber wundervolle Ausblicke und Erlebnisse.

verfasst von dennis und martina


Ein Kommentar

Auf der Panamericana nach Santiago de Chile

In Temuco sind wir in einer im Vergleich zu anderen Orten teuren Hosteria untergekommen, deren Gemeinschaftsräume recht prunkvoll eingerichtet waren. Unser eigenes Zimmer hingegen war winzig und bestand lediglich aus einem großen Bett, um das wir unsere Packtaschen herumgruppierten. Frühstück war mit eingeschlossen (für jeden ein Stück Kuchen und drei Scheiben Toast), doch die Portionen waren für unseren Radlerhunger zu mikrig und so tauchten wir etwas verschämt mit unseren eigenen Brötchen in der Hinterhand am Frühstückstisch auf.

Für Sightseeing nahmen wir uns denn auch nur einen Tag Zeit und freuten uns besonders auf das Mapuche-Indianermuseum. Zu unserer Enttäuschung waren dort vor allem Tonkrüge ausgestellt, denen wir nicht so viel abgewinnen konnten und da die Austellung in Spanisch war, blieb der geschichtliche Hintergrund dieser Gegend besonders für mich dunkel.

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Vase in Temucos Nationalmuseum

Auch das andere Highlight Temucos, der Markt, an dem Mapuchekunst feilgeboten wird, war ein Reinfall. Nach Monaten der Einsamkeit, in denen wir uns höchstens in kleinen, ruhigen Städtchen aufgehalten haben, überwältigte uns der Trubel und wir liefen an allen Ständen vorbei. Auch essen gehen war hier sehr empfohlen, doch vor jedem Restaurant auf dem Markt lauerten Angestellte, die aufdringlich Gäste hineinlocken sollten. Dennis  verging vor Schreck jeder Appetit und als wir uns dennoch in eine Lokalität wagten, schmeckte unser Essen nur leidlich gut.

Am nächsten Morgen regnete es natürlich und wir hatten Gegenwind, aber wir machten uns dennoch freudig auf den Weg. Vor uns lag die berühmte Panamericana, die – mit Unterbrechungen – Feuerland mit Alaska verbindet. Wir freuten uns über wenig Verkehr und einen breiten Seitenstreifen.

Auf der Panamericana Richtung Santiago

Auf der Panamericana Richtung Santiago

 

Unsere Umgebung verschwand wie gewohnt hinter den Regenwolken und so blieb uns nichts außer stur geradeaus zu fahren. Die Suche nach einem Zeltplatz gestaltete sich zunächst sehr schwer. Um uns herum war alles abgezäunt. Als es langsam dunkelte, fuhren wir in das nächste Dorf und fragten bei den Carabineros (Polizisten) nach einer Zeltmöglichkeit. Es begann eine Odysee durch das Dorf, während der wir immer wieder neuen Hinweisen folgten und auf unspezifische Warnungen stiessen, dass Zelten hier gefährlich sei. Letztendlich hatten wir genug, wir verliessen das Dorf und fuhren auf der Panamericana weiter, bis wir ein offenes Tor fanden, das auf einen Acker führte. Unbemerkt konnten wir unser Zelt gut versteckt hinter Bäumen aufschlagen.

Die nächsten Nächte verbrachten wir geschützt auf bewachten Raststellen oder Tankstellen, wo man uns immer erlaubte, das Zelt aufzuschlagen. Der Weg von Temuco nach Santiago de Chile ist flach und so kamen wir schnell voran.

Zelten am Rastplatz

Zelten am Rastplatz

Erste Kakteen

Erste Kakteen

Wein an der Panamericana

Kilometerlang Weinanbau am Straßenrand

Auch vor Unfällen ist man nicht gefeit

Auch vor Unfällen ist man nicht gefeit – in der Regel trifft es aber Autos oder Lkws oder ganze Busse mit übermüdeten Fahrern.

Starker Verkehr

Kaum Verkehr

An unserem dritten Hochzeitstag gingen wir in einer Autobahngaststätte essen und bestellten zur Feier des Tages Cazuela, eine Suppe mit einem großen, weichgekochtem Rindfleischstück und ebenfalls ungeschnittenen Gemüse.

Hochzeitstags-Essen

Hochzeitstags-Essen

Kleines Highlight an der Panamericana: Salto del Laja

Kleines Highlight an der Panamericana: Salto del Laja

Schnell näherten wir uns Santiago und der Regen ließ nach. Auf einmal konnten wir die Anden erkennen, an deren Flanken wir ständig entlangfuhren. Ungefähr hundert Kilometer vor Santiago wurde es neblig. Über zum Greifen nahen Bergen lag eine trübe Suppe, von der wir später entsetzt erfuhren, dass die Suppe nicht etwa Nebel war, sondern Smog.

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Santiago im Smog

Santiago im Smog

Die Einfahrt nach Santiago war ziemlich anstrengend. Am Straßenrand tauchten Radverbotsschilder auf und der Verkehr nahm zu. Wie die chilenischen Radfahrer ignorierten wir die Schilder und fuhren weiter. Irgendwann gab es zu unserer Erleichterung eine Parallelstraße zur Panamericana, auf die wir ausweichen konnten.

Je weiter wir in die Stadt fuhren, desto weniger kamen wir mit dem Verkehr zurecht. Da die Busse und Taxis rechts fahren und wenig Platz zum Ausweichen haben, fahren routinierte Radfahrer auf den großen Straßen links. Ohne genaue Kenntnis des Straßenverlaufs und mit dem durch die Packtaschen aufgeblähten Fahrrad war uns so ein wendiges Fahren nicht möglich und wir mussten immer häufiger auf den Gehweg ausweichen. Dort tummelten sich zahlreiche Fußgänger, aber auch die vorsichtigeren Radfahrer.

Irgendwann kamen wir endlich bei unserem Warmshowers-Gastgeber Jorge an, der selbst gerade erst von einer längeren Radreise nach Hause zurückgekehrt ist. Durch eine glückliche Fügung und Beziehungen kann Jorge fünf Monate lang kostenlos in einem Haus wohnen, das früher mal ein Hostel war. Dadurch hat er viel Platz und er stellte uns ein großes Zimmer zur Verfügung.

Mit Jorge im Aufenthaltsraum

Mit Jorge im Aufenthaltsraum

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Eine besondere bayerische Delikatesse: Sandwich

Bayerisches Sauerkraut? Nicht wirklich, aber ähnlich sieht es schon aus

Bayerisches Sauerkraut? Nicht wirklich, aber ähnlich sieht es schon aus

Jorge half uns tatkräftig bei den schwierigen Erledigungen, die wir uns vorgenommen hatten. Mit seiner Hilfe fanden wir nach gemeinsamer langer Suche die anscheinend einzige Stelle in Santiago, an der wir uns für 60 Euro neue Reißverschlüsse in unser Hilleberg Zelt einnähen lassen konnten.Statt eines neuen Innenzeltes, wie es bei anderen Marken (beispielsweise MSR) üblich ist, hatte Hilleberg uns nur die Reißverschlüsse ersetzt und uns den schlauen Tipp mitgeliefert, dass die Reißverschlüsse jeden Tag mit einer Zahnbürste gesäubert werden müssen. Die Reißverschlußschlitten seien Verschleißteile, die regelmäßig ersetzt werden müssen, bevor durch ihr Zurechthämmern der ganze Reißverschluß ruiniert ist, und deshalb auf so einer Reise mitgeführt werden sollten. Aha.

Falls jemand die Adresse braucht: Weke (ehem. Lippi), Italia 1586, Barrio Italia

Schaden an den Reißverschlüssen

Beispiel für die Schäden an den Reißverschlüssen – einen Eingang hatten wir monatelang komplett zugenäht, da er sich nicht mehr verschließen lies.

verfasst von martina

Unsere Thermarest Isomatten hatten inzwischen beide Blasen bekommen, allerdings im Abstand von fast 2 Monaten. Per Internet hatten wir uns mit dem amerikanischen Anbieter cascadedesigns  in Verbindung gesetzt, der uns ohne große Formalitäten eine Matte ersetzte. Zwischendurch verwendeten wir eine Yogamatte, die wir billig in einem Baumarkt in Coyhaique erstanden. Auch unsere beiden MSR Pumpen für den Benzinkocher schienen den Druck nicht mehr zu halten und wurden ebenfalls von cascadedesigns ersetzt und an Jorges Adresse geschickt.

Kurz vor Santiago war dann die 2.Matte hinüber. Glücklicherweise gibt es in Santiago einen Laden (La Cumbre, Calle Apoquindo) , der die Garantie (gegen eine “Versandgebühr”) einlöst. Immerhin haben wir jetzt 2 neue Matten.

Typischer "Blasen"´-Schaden an der Thermarest-Matte

Typischer “Blasen”´-Schaden an der Thermarest-Matte

Bei Jorge blieben wir ein par Tage und zogen dann für ein paar Tage in ein Hotel (Apartment mit Küche) um. Obwohl Santiago eine riesige Stadt ist, lässt sich nicht leicht an Ersatzmaterial für die Räder drankommen. Immerhin konnten wir in San Diego, der Straße mit der größten Anzahl an Fahrradläden in Santiago, neue Ketten finden und durch die Mechaniker meine Bremse einstellen lassen, ohne dass sie schleift bzw Martinas Tretlager richtig festziehen lassen. Toi, toi, toi…

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Graffiti, Graffiti

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… Graffiti – Santiago ist bunt.

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Alt und neu im harmonischen Zusammenspiel

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Der Hügel Santa Lucia im Herzen Santiagos

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Phantastisch rote Mauer auf Santa Lucia

Eindrücke aus Santiago

Santa Lucia: Grüner Fleck und romantischer Treffpunkt der Jungend.

In ein paar Tagen wollen wir uns dann auf den Weg Richtung Mendoza in Argentinien und von da aus nach Salta und schließlich nach Bolivien. Zur Reduzierung des Gewichts sind wir endlich die ständigen Austauschbücher losgeworden und haben uns 2 E-Reader besorgt. Viele andere schwere und nicht mehr zweckmässige Ausrüstung konnten wir weiterhin bei Jorge lassen.

Wir sind von unserem neuen Spielzeug begeistert.

Wir sind von unserem neuen Spielzeug begeistert.

Hier stellten wir dann fest, wie klein die Welt ist: Im selben Hotel wie wir residierten auch die beiden Schweizer Beat und Luzia, die wir zuletzt in kurz vor Punta Arenas in Patagonien getroffen hatten.

verfasst von dennis


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Zwischen nördlicher Carretera Austral und chilenisch-argentinischer Seenplatte

Regen in allen Formen war unser ständiger Begleiter auf dem nördlichen Teil der Carretera Austral. Aus Coihaque heraus ging es im Nieselregen. Überall sahen wir Regenbogen. Auch ein Andenkondor zeigte sich wieder, den wir diesmal sogar ganz gut fotografieren konnten. Völlig überraschend tauchte auch ab und an ein Kolibri auf, nur um blitzschnell wieder im Dickicht zu verschwinden. Fast zweifelten wir daran, wirklich etwas gesehen zu haben, wäre da nicht jedesmal das laute Hummelbrummeln der Flügel gewesen.

Ein Blick auf Coihaque.

Ein Blick auf Coihaque.

Andenkondor weit in der Luft.

Andenkondor weit in der Luft.

Ein Regenbogen nach dem anderen im verregneten, herbstlichen Südchile

Ein Regenbogen nach dem anderen im verregneten, herbstlichen Südchile

Einmal nicht bei Regen, dafür aber bei dichtem Nebel, ging es durch dichten Regenwald auf grauenhafter Schotterpiste einige hundert Höhenmeter steil nach oben. Den Regenwald bei Regen konnten wir dann authentisch am nächsten Tag bei der Abfahrt nach Puyuhuapi erleben. Besonders faszinierend waren die riesigen Nalca Blätter, die wir so gerne als Schirme benutzt hätten. Die garstigen Stacheln an den Stielen haben uns dann aber abgeschreckt. Nur im dichten Wald selbst gab es Schutz vor dem Regen und dort war alles so zugewuchert, dass wir nur einmal über einen kurzen Wanderweg ins Innere dringen konnten. Plötzlich waren wir von einer feuchten, muffigen Flechtenwelt umgeben. Die wunderschönen Berge und Gletscher, die um uns herum aufragen sollten, waren alle hinter einer dichten Wand aus Wolken versteckt.

Bunte Häuser in Puyuhuapi

Bunte Häuser in Puyuhuapi

Manchmal konnten wir durch den dichten Nebel einen Blick auf die Gletscher werfen.

Manchmal konnten wir durch den dichten Nebel einen Blick auf die Gletscher werfen.

Zelten zwischen riesigen Nalcablättern.

Zelten zwischen riesigen Nalcablättern.

Auch im Regen schmeckt das natürliche Mineralwasser.

Auch im Regen schmeckt das natürliche Mineralwasser.

Ein typisches Panorama der Careterra Austral.

Ein typisches Panorama der Careterra Austral.

Wo es viel regnet, gibt es auch einen reichen Mikrokosmos an Moos und Flechten.

Wo es viel regnet, gibt es auch einen reichen Mikrokosmos an Moos und Flechten.

Plötzlich fahren wir von der Pampa in ein fruchtbares Tal.

Plötzlich fahren wir von der Pampa in ein fruchtbares Tal.

Trotz Regen, Schotter und steilen Steigungen war das Fahren auf der Carretera Austral bisher unser schönstes Raderlebnis. Die Abgeschiedenheit und die Weite und Schönheit der Natur haben uns tief berührt. Trotzdem ging es auch mit einem lachenden Auge nach Argentinien, denn wir freuten uns auf trockeneres Wetter. Tatsächlich konnten wir dann nur staunen, als wir mal wieder die hier winzigen Anden überquerten. Innerhalb eines Tages fuhren wir von immergrünen Wald in die argentinische Pampa, in der kleine Bäume höchstens noch oasenartig an Bächen wachsen. Und damit hatte das Staunen noch kein Ende. Ein weiterer Tag und wir fuhren aus der trockenen Pampa in ein fruchtbares Tal, in dem sich herbstlich gefärbte Bäume tummelten. Natürlich regnete es in diesem fruchtbaren Tal dann doch wieder. Zum Glück gibt es in Chile wie Argentinien überall die gemütlichen Cabanas, kleine Häuschen mit Küche, in die wir uns ausgiebig flüchten.

Besonders bei gemein verregneten Wetter nutzen wir ausgiebig die allseits verbreiteten Cabanas (Ferienhäuser).

Besonders bei gemein verregnetem Wetter nutzen wir ausgiebig die allseits verbreiteten Cabañas (Ferienhäuser), wie hier am Ostersonntag.

Unzählige Fleischfresser und Aasfresser lauern in der Pampa auf frisch überfahrene Beute

Unzählige Fleisch- und Aasfresser lauern in der Pampa auf frisch überfahrene Beute

Die Bäume färben sich rot - es wird Herbst.

Die Bäume färben sich rot – es wird Herbst.

Flüsse tauchen in der Pampa wie Oasen auf und fast an jedem steht der Gauchitoschrein.

Flüsse tauchen in der Pampa wie Oasen auf und fast an jedem steht der Gauchitoschrein.

 

Die leuchtende, sonnige, argentinische Steppe

Die leuchtende, sonnige, argentinische Steppe

Plötzlich fahren wir von der Pampa in ein fruchtbares Tal.

Plötzlich fahren wir von der Pampa in ein fruchtbares Tal.

Bei der Einfahrt in das argentinische San Carlos de Bariloche verlassen wir Patagonien. Ein paar Tage flüchten wir vor Wind und Regen in ein Hostal und schlendern durch das Städtchen. Besonders berühmt ist Bariloche für die Schokolade, die hier überall in Delikatessenläden angeboten wird. Natürlich müssen wir die probieren und leisten uns eine kleine Auswahl an unterschiedlichen Schokoladenarten. Danach geht es hinein in  die argentinische Seenplatte. Leider verschwindet die schöne Landschaft häufig hinter Wolken und das Wandern ist uns mittlerweile zu kalt und nass. Die Natur hier ist auch gezähmter, vorbereitet für die allsommerliche Touristenschwemme, von der wir im feuchten Spätherbst kaum etwas mitbekommen. Zum Baden ist es zu kalt, aber die Seen sind angenehm stille Rastplätze.

Luxus: Mit verschmuster Katze im Kinoraum eines Hostals.

Luxus: Mit verschmuster Katze im Kinoraum des Hostals in Bariloche.

See bei San Martin de los Andes in Argentinien

See bei San Martín de los Andes in Argentinien

Blick ins Tal auf der 7 Seen Route

Blick ins Tal auf der 7 Seen Route

Und wieder ein vernebeltes, herbstliches Tal

Und wieder ein vernebeltes, herbstliches Tal

Eine besonders gemütliche Picknickstelle.

Eine besonders gemütliche Picknickstelle.

See bei San Carlos de Bariloche in Argentinien.

See bei San Carlos de Bariloche in Argentinien.

Wir leisten uns die exquisite Schokolade in Bariloche

Wir leisten uns die exquisite Schokolade in Bariloche

Bei dem angeblich schönsten Berg der Welt, dem über 3000 m hohen Vulkan Lanín, überqueren wir wieder die Grenze zu Chile. Leider verschwindet auch der Vulkan hinter einer dicken schwarzen Wolkendecke, bevor wir richtig nah heranradeln können. Lediglich die beeindruckenden Araukarien, Nadelbäume, die in dieser Gegend typisch sind, können wir bewundern. Im Platzregen, der sich bald aus den schwarzen Wolken ergiest und heftigen Gegenwind fahren wir in den Nationalpark Lanín. Die Strasse besteht dort aus feiner Lavaasche, auf der wir kaum vorankommen. Zum Glück sind wir bald an der Grenze und dort geht es nur noch bergab. Einen Vulkan nach dem anderen passieren wir, ohne auch nur einen Umriss zu Gesicht zu bekommen. Den berühmten Vulkan Villarica wollten wir dann eigentlich mit einer Tour besteigen. Zu unserer Entäuschung erfuhren wir aber, dass die brodelnde Lava seit 2010 nicht mehr zu sehen ist. Also lassen wir die Vulkane endgültig hinter uns.

Die Vulkane verschwinden im Nebel.

Die Vulkane verschwinden im Nebel.

Ein kurzer Wanderausflug im Regen im Nationalpark Lanin.

Ein kurzer Wanderausflug im Regen im Nationalpark Lanín.

Rinde einer Auracazie.

Rinde einer Araukarie

Die Nadeln einer Auracazie.

Die Nadeln einer Araukarie.

Auracazien vor dem Vulkan Lanin.

Araukarien vor dem Vulkan Lanin.

Der Vulkan Lanin verschwindet gerade hinter dicken schwarzen Regenwolken.

Der Vulkan Lanín verschwindet gerade hinter dicken schwarzen Regenwolken.

Ein Blick auf den Vulkan Lanin von Weitem.

Ein Blick auf den Vulkan Lanín von Weitem.

Die argentinischen Nächte sind kalt - wir sind auf über 1000 m.

Die argentinischen Nächte sind kalt – wir sind auf über 1000 m.

In Temuco endet das Seengebiet und vor uns liegt eine ziemlich unspektakuläre Strecke bis Santiago.

verfasst von martina

 

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