Leben am Horizont

Mit den Rädern in die Welt


Ein Kommentar

Über die Lagunenroute zum Salar de Uyuni

Zunächst einmal müssen wir uns bei euch entschuldigen, dass wir uns solange nicht gemeldet haben, doch leider ist der Weg, den wir eingeschlagen haben, äußerst abgeschieden von der Zivilisation und somit auch vom Internet. Unser Handy hat hier auch keinen Empfang mehr, was bedeutet, dass wir vorerst wohl keine SMS schicken können. Nachfolgend unser Bericht.
Aus Salta nahmen wir uns ausreichend Lebensmittel mit, denn wir konnten nicht erwarten, vor dem Ende der Lagunenroute in Bolivien noch eine größere Gelegenheit dazu zu bekommen. Schwer bepackt (und bald auch um einen Speichenbruch reicher) machten wir uns auf den Weg.
Zwischen Salta und der nächsten größeren Stadt San Salvador de Jujuy trafen wir dann zu unserem Erstaunen auf ein ansehnliches Stück Regenwald, dass wir einen Tag lang durchfuhren. Dafür, dass wir den Rest der Durchfahrt Argentiniens bislang fast nur die trockene Pampa gesehen hatten, waren wir dann doch überrascht.

 

Dschungel nahe Salta

San La Muerte – Schrein in Argentinien

In Jujuy blieben wir nicht, sondern setzten unsere Fahrt zum kleinen Ort Purmamarca fort, von wo wir unsere letzten Erledigungen vor Bolivien durchführen wollten. Mehrere Probleme  lagen noch vor uns:
Zum einen konnten wir leider nirgends Informationen darüber finden, ob es uns an der Mini-Grenze Boliviens möglich sein würde, an bolivianisches Geld zu kommen. Auch in Salta war uns das nicht gelungen und Radler, die uns hier entgegen kamen, hatten diesen Weg nicht eingeschlagen. So machten wir uns mit dem Bus auf in den argentinischen Grenzort La Quiaca, um dort auf der bolivianischen Seite noch schnell Geld zu wechseln. Diese Aktion nahm einen ganzen Tag in Anspruch.
Das nächste Problem war die Höhenanpassung. Da wir uns in Bolivien auf knapp 4500 Meter über dem Meeresspiegel befinden würden und dort der Sauerstoffgehalt schon um einiges niedriger als auf unseren etwa 2200 Meter sein würde, wollten wir uns für den Aufstieg ca. eine Woche Zeit lassen, um keine Höhenkrankheit oder Soroche zu bekommen.
Schon der erste Tag auf dem Weg nach oben war für unsere Lungen so anstrengend, dass wir einen Pausentag im Zelt einlegten. Tatsächlich zeigten sich auf ca. 3500 Metern einige der typischen Soroche-Symptome wie Kopfschmerzen, Schwindel und Appetitlosigkeit. Nach dem Ruhetag ging es uns besser und wir wagten uns auch gleich über den 4200er-Pass. Danach fiel der Weg erstmal wieder auf etwa 3700 m ab.

Farbige Berge in Purmamarca

Die steile Cuesta de Lipán, fast geschafft!

Im für die nächsten Wochen letzten Dörfchen Susques blieben wir noch ein paar Tage, um unseren Körpern genug Zeit zu geben, sich an die dünnere Atemluft zu gewöhnen. Im Durchschnitt, so hatten wir erfahren, benötigt der Körper ca. 2 Wochen, um sich auf eine etwa 2000 m höhere Umgebung einzustellen und mehr rote Blutkörperchen zu bilden. Danach lässt es sich halbwegs normal atmen und radeln. Zwar hatten wir von Radlern gehört, die das Ganze auch völlig ohne Anpassungstage durchziehen, wir aber konnten in diesen ersten zwei Wochen kaum radeln und keuchten sogar auf flacher Strecke nur mühsam im Schneckentempo umher. In den vielen kleinen Fahrpausen bestaunten wir die faszinierende Altiplanonatur und genossen die wärmenden Strahlen der Höhensonne in der eisigen Luft.

Salinas Grandes , die erste größere Salzfläche

Vereister Fluss

Campen in der Pampa

Schließlich war da das Problem mit der Grenzüberquerung. Aus allen Berichten, die wir bislang gehört oder gelesen hatten, ging hervor, dass fast alle Radler die Route entweder in umgekehrter Richtung bereisten oder vom chilenischen San Pedro de Atacama aus losfuhren. Auch hieß es, die Ein- und Ausreise könne erst in diesem Ort stattfinden, knapp 160 km von der argentinischen Grenze entfernt und außerdem schon wieder auf 2500 m, also vorbei an der bolivianischen Grenze und wieder runter vom Altiplano, der südamerikanischen Hochebene, auf der Bolivien zum größten Teil liegt. Alles wieder runter und wieder hochzufahren, wollten wir aber auf jeden Fall vermeiden, da allein das Hochfahren um die 2 Tage gedauert hätte.
Unterwegs meinten auch mehrere Leute, es sei möglich, über dem Paso de Jama direkt auszureisen, weil da jetzt ein chilenischer Grenzposten sei. Also setzten wir alles auf eine Karte und trugen den Grenzern unser Anliegen vor. Und so erhielten wir, weil wir ja so nette Leute sind, vor Ort den letzten chilenischen Ein- und Ausreisestempel in unsere Pässe.
Der Weg den Altiplano hinauf ist wahrhaftig kein Zuckerschlecken. Neben den anstrengenden Pässen und der Höhenanpassung sind hier oben wieder mal enorme (Gegen-) Winde im Gange, die uns an Patagonien erinnerten. Der Westwind beginnt ab ca. 10 Uhr vormittags und nimmt an Stärke immer weiter zu. Um uns den Fahrspaß zu erhalten gewöhnten wir uns an, mit den ersten Sonnenstrahlen um ca. 8 Uhr aufzubrechen und ab ca. 14 Uhr zu zelten. An der chilenischen Grenzabfertigung sind außerdem mal wieder alle frischen Lebensmittel wie Obst und Gemüse zurückzulassen, sodass wir auf Dosen- und Trockennahrung sowie Kekse zurückgreifen mussten. Kalkuliert hatten wir für die Lagunenroute etwa 10 Tage, doch wie das so ist, Salta war, außer Jujuy, die letzte Möglichkeit, sich in größerem Maß mit Lebensmitteln einzudecken, an die später nicht mehr zu kommen ist, und durch Anpassungstage und aufgrund der noch so großen Entfernung bis nach Bolivien war das Ganze schneller als erwartet zusammengeschmolzen. Somit blieb zu hoffen, dass es auf der Lagunenroute genug nachzukaufen gäbe und nicht gar zu teuer ausfallen würde, wie das etwa im chilenischen Torres del Paine der Fall ist.
Zu guter Letzt ist es hier auch noch Winter und das bedeutet, dass es hier in der Höhe nachts knackig kalt wird. Selbst am frühen Morgen zeigt das Thermometer bei Sonne noch unter -10°C und klettert erst gegen 10 Uhr in den positiven Bereich. Das geht allerdings fast nicht mit Schnee einher, es herrscht fast immer eitel Sonnenschein.
Von der bolivianischen Grenze Hito Cajones trennten uns noch fast 100 km im Gegenwind und ohne Versorgung. Es gibt dort noch einen Altiplano-See, wo es eigentlich Flamingos geben sollte, doch von denen lässt sich kein einziger sehen. Auch den sogenannten Moai de Tara bekamen wir eher nebensächlich vor die Linse.

Altiplano-See

Endlich kamen wir am Abzweig zu Bolivien an und trafen dort die beiden deutschen Radler Anja und Niko, die im Urlaub hier ebenfalls die Lagunenroute fahren wollten. Wir fuhren auch einige Tage mit den beiden zusammen. Davon später mehr.
Hier war es erst mal vorbei mit dem Asphalt, der größte Teil der bolivianischen Straßen besteht hier aus sandigen Fahrspuren. Die meisten Touristen sind hier daher mit gemieteten Jeeps unterwegs, was für sie enorm ins Geld gehen kann.

Der sandige Weg nach Bolivien

Kurz nach der bolivianischen Grenze beginnt der Nationalpark und damit erst die Lagunenroute. Es folgt fast unmittelbar die erste Lagune, die Laguna Blanca. Es gibt auch Unterkünfte, doch ist diese Gegend ziemlich abseits aller Infrastruktur und wir waren noch den Standard aus Argentinien und Chile gewohnt und da es aufgrund gefrorener Wasserleitungen keine – und schon gar keine warme – Dusche geschweige denn Heizung gab, verschoben wir das Experiment bolivianischer Unterkünfte erst mal auf später und fuhren gleich die Laguna Blanca an. Am nächsten Morgen mussten wir die eiskalte Furt zwischen dieser und der Laguna Verde durchfahren, so genannt, weil sie sich am Morgen grün färben soll. Andere Quellen behaupten, das wäre eher nachmittags der Fall. Eine wirkliche Umfärbung haben wir nicht beobachtet, aber da dutzende Jeep-Touristen schon so früh am Morgen dort waren, muss wohl etwas dran gewesen sein.

An der Laguna Blanca

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Laguna Verde

Auf Schiefer und Sand ging es weiter. Es galt, einen 4700m-Pass zu überqueren. Der Sand, den die vorbei brausenden Jeeps aufwirbelten, nahm uns oft die Sicht aber hin und wieder hielt doch mal einer und wir bekamen nach dem obligatorischen Foto auch mal eine Flasche Wasser kredenzt. Bei der Abfahrt kamen wir an den Piedras de Dalí vorbei, einer Steinformation, die so unvermittelt in einer Wüstenlandschaft herumsteht, dass sie an ein Gemälde des spanischen Malers erinnert.

Sand- und Schieferweg

Bei den Piedras de Dalí

“Siga la huella única”-“Folgen Sie der einzigen Spur”-Wenn das mal so einfach wäre…

Am nächsten Tag schloss sich die Laguna Chalviri an, eine mit heißen Quellen ausgestattete Lagune, in der die Touristen baden können. Da uns derbe Ansturm aber zu groß war, räumten wir bald das Feld und zogen weiter. Zum Glück bekamen wir von der dortigen Restaurant-Inhaberin etwas Gemüse geschenkt, sodass der Vitaminnachschub gesichert war.  Lebensmittel nachkaufen kann man auf der Lagunenroute schon, nur Obst und Gemüse ist echt Mangelware hier.

Thermalquellen der Laguna Chalviri

Anstrengend blieb es auf jeden Fall die ganze Zeit, die meisten Tage bestanden halb aus Fahren über sandige oder steinige Pisten und halb aus Schieben durch zentimetertiefen Sand. Mehr als 20-30 km pro Tag kamen wir da nicht voran. Die meisten Radler benutzen aufgrund der mangelhaften Beschilderung hier ein GPS, doch da wir außer für Turkmenistan bislang dafür noch nie Verwendung gehabt hätten, bahnten wir uns nur mit Kompass und Karte den Weg.
Dass mein über 20 Jahre alter DDR-Kompass nochmal zum Einsatz kommen würde und dann auch noch auf der Südhalbkugel der Erde, hätte ich ja nicht für möglich gehalten. Viele Kompasse funktionieren angeblich nur auf einer der beiden Hemisphären fehlerfrei – laut den Kundenberatern deutscher Outdoorshops zumindest. Doch in der DDR hat man damals anscheinend mitgedacht (warum, ist mir ein Rätsel, denn wann konnte ein DDR-Pfadfinder schon hoffen, auf der Südhalbkugel den richtigen Weg suchen zu müssen?) oder die modernen Kompassbauer bauen heutzutage absichtlich fehlerhaft anzeigende Geräte. Würde mich ehrlich gesagt nicht wundern, dann muss man ja 2 von den sauteuren Dingern kaufen und mit sich rumschleppen.
Wie auch immer, trotzdem muss man sich dabei auch auf eine gute Karte verlassen können und die gibt es von Bolivien leider nicht, zumindest was die Lagunenroute betrifft. So war es dann auch nicht verwunderlich, dass wir uns dann doch mal verfuhren, denn die „Wege“ sind hier ja nur von den Jeeps in den Sand gedrückte Fahrspuren, und zwar sowohl von Touristen als auch von Einheimischen. In diesem Fall war der offenbar besser erhaltene Weg einer zu einem der Dörfer und wir bemerkten unseren Fehler erst, als der nächste Besichtigungspunkt auf der Liste so gar nicht auftauchen wollte und der Weg zudem statt auf 4900 m anzusteigen, eher nach unten ging. Schließlich hielten wir einen Jeep an, der von einem Bolivianer gesteuert wurde und erfuhren, dass wir über 10 km in die falsche Richtung gefahren waren.
Es ging also zurück, bis wir endlich beim nächsten Etappenziel, dem Geysirfeld Sol de Mañana („Morgensonne“) angekommen waren, dem höchstgelegenen der Welt. Da es schon Abend geworden war, blieben wir gleich da. Es gab blubbernde Schlammpfützen zu bestaunen und die Geysire, die kein Wasser, sondern nur Dampf ausstoßen, zischten vor sich hin. Über all dem lag ein mehr oder minder starker Schwefelgeruch. Am nächsten Morgen, also zur Morgensonne, stellte sich die Aktivität tatsächlich anders dar: Die Geysire waren viel aktiver als abends zuvor, selbst die Schlammpfützen waren eingenebelt.

Am Sol de Mañana

Blubbernde Schlammpfützen

Wir campen in sicherer Entfernung

Direkt am Geysir…

…der ununterbrochen Dampf ausstoesst

Schließlich brachten wir 1 ½ Tage damit zu, zur nächsten Lagune, der Laguna Colorada, zu kommen. Hierbei muss ich mal loswerden, dass in fast der gesamten nicht-spanischen Literatur, die wir zur Lagunenroute konsultiert haben, der Name dieser Lagune falsch geschrieben wird. Also, Leute:  Laguna Colorada und nicht etwa Colorado, wie der amerikanische Bundesstaat. Doch dies nur am Rande.

Flussueberquerung

Wir beschlossen, an der Colorada mal einen Tag Pause einzulegen, denn seit Susques waren wir jeden Tag gefahren, also fast 2 Wochen lang. An der Colorada befindet sich das kleine Campamento „Ende“ mit ein paar Läden und Unterkünften. Hierbei handelt es sich um Herbergen, in der es neben einem Bett und einem Abendessen kaum mehr gibt, aber wenigstens Ausruhen und Eimer-Duschen (mit kaltem Wasser !) war drin.
Auch Anja und Niko waren hier untergekommen und wir teilten uns ein Zimmer mit ihnen. Waren wir uns bislang hin und wieder über den Weg gefahren, so fuhren und schoben wir von nun an mehr oder weniger gemeinsam die Lagunen ab.
Endlich konnten wir auch noch die restlichen Vorräte aufstocken. Angeblich sollte man hier auch irgendwie an Benzin kommen, das wir ja für unseren Kocher brauchen, doch niemand der Einheimischen schien davon zu wissen oder was zu haben. Glücklicherweise kamen aber am nächsten Tag ein paar Leute an der Herberge vorbei, die offenbar Handwerker waren und das Haus unserer Gastwirtin begutachten mussten. Da hier alle Jeepfahrer ihren Benzinvorrat auf der Lade- oder Dachfläche mitschleppen müssen, konnten wir ihnen einen Liter abkaufen.

Bescheidene Unterkunft an der Laguna Colorada

Anja und Niko vor der Unterkunft

Diskussion mit der Gastwirtin

Der Park – aber nicht die Lagunenroute – endet einige Kilometer hinter der Laguna Colorada und es gibt hier einen Kontrollposten. Das Ticket zum Eintritt ist eigentlich nur 4 Tage gültig, was wir aber übersehen hatten. Die Parkwächter drückten ein Auge zu, denn wir 4 Radler waren schon den 7.Tag hier im Park. Offenbar waren wir nicht die ersten, die hier mal etwas länger brauchen, was auch bei der Schwierigkeit der Piste gar nicht verwunderlich ist.
Es folgte ein – natürlich sandiger – Wüstenabschnitt bis zum Árbol de Piedra, einem baumähnlich geformten Stein. Wir kamen dort zu viert an und wurden nicht schlecht von den zahlreichen Jeep-Touristen bestaunt. Einer von ihnen verwickelte uns auch in ein halbstündiges Gespräch und so kamen wir nach über einer Woche mal wieder an etwas frisches Obst, das er uns schenkte.

Am Árbol de Piedra

Árbol de Piedra aus der Naehe

Es schloss sich einer der schwierigsten Teile der Lagunenroute an, denn es musste ein Pass von etwa 4700 Meter überquert werden. Das hört sich erst mal harmlos an, denn die allgemeine Höhe hier liegt ja bei 4500, nur kam hier noch hinzu, dass wir extremen Gegenwind und soviel Sand vor uns hatten, dass der größte Teil des Tages nur schiebend zu bewältigen war. Selbst bis zum Abend hatten wir es noch nicht bis zur Passhöhe geschafft und so begnügten wir uns mit einer etwas schiefen Zeltstelle am Anstieg. Anja und Niko ist es irgendwie gelungen, sich noch die letzten 5 km zur Spitze hochzukämpfen – dafür holten wir die beiden am nächsten Morgen wieder ein, denn wir hatten uns beim Paso Jama angewöhnt mit den ersten Sonnenstrahlen aufzubrechen.

Sandiger Weg…

…schiebend den Pass hinauf…

…mit ein paar Pausen…

…bis es endlich wieder runter geht.

Wir näherten uns erneut über sandige und steinige Jeep-Pisten den letzten 5 Lagunen, die alle kurz aufeinander folgen: Die kleine Laguna Ramaditas (manchmal auch Laguna Santa Cruz genannt), die Laguna Honda, die Laguna Chiar Kota, die Laguna Hedionda und die Laguna Cañapa. An allen, aber besonders an der Hedionda finden sich große Mengen an Flamingos, die im Salzwasser nach Algen suchen. Wir sind begeistert und schwelgen am Strand, um den Vögel zuzusehen.

Bei den 5 Lagunen.

Flamingos an der Laguna Hedionda

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Im Hotel an der Lagune übernachten wir auch zusammen mit Niko und Anja in einem Zimmer. Am nächsten Tag wissen wir nicht recht, was wir von den hiesigen Sitten halten sollen, denn wir geraten etwas mit der Hotelbesitzerin aneinander, die den Preis fürs Zimmer einfach erhöht. Zwar nur minimal, aber für uns hat es damit zu tun, dass wir nicht in US-Dollar bezahlen. Schon am Abend zuvor hatten wir irgendwie den Eindruck gehabt, die Dame  hat nicht allzu viel für Radfahrer übrig. Wohlgemerkt, es handelt sich um ein Hotel, dass erheblich mehr Komfort bietet, nur ist es wohl so, dass hier der durchschnittliche Gast etwas mehr springen lässt. Zum Beispiel das ältere französische Ehepaar, dass hierher chauffiert wurde und gestern den ganzen Abend aufs Aufmerksamste bedient wurde. Sogar eine Tischdecke gab es für das Ehepaar im Restaurant.
Für Anja und Niko endet die Fahrt an diesem Tag, denn sie müssen unbedingt nach La Paz weiter, so dass sie mit den Jeepfahrern einen Deal mit Abtransport nach Uyuni abgeschlossen haben. An der Laguna Cañapa werden ihre Räder aufgeladen und die beiden düsen mit ihrem Fahrer davon. Wenn ihr das lest, ihr beiden, wir hoffen, ihr hattet eine gute Heimfahrt.

Schnee bei der Abfahrt von der Laguna Hedionda.

Ein letztes Foto mit Niko und Anja

Unser Weg war aber noch längst nicht vorbei. Die letzte der Lagunen hatten wir jetzt endlich hinter uns, aber bis zur Zivilisation war es noch weit. Über eine sehr steinige Piste, die ebenfalls halb schiebend bewältigt werden musste, ging es weiter. Dabei stellten wir fest, dass wir nicht die einzigen Durchgeknallten hier oben sind, denn es kamen uns 2 französische Wanderer entgegen, die, wenn wir es richtig verstanden haben, von der andern Seite des Salar de Uyuni aus bis zu uns 8 Tage gebraucht haben. Der Salar de Uyuni ist die riesige Salzpfanne, die noch vor uns lag und für den wir diese Fahrt ebenfalls auf uns genommen haben. Die Wanderer hatten ungefähr den gleichen Tagesschnitt wie wir – 20 bis 30 km pro Tag – aber sie können für 3 Tage ohne Versorgungsmöglichkeit pro Person höchstens 5 Liter Wasser mitschleppen, soviel wie wir für einen Tag!

Mit den französischen Wanderer (wir haben leider vergessen, sie nach den Namen zu fragen

Am Abend hatten wir zeitweise wieder so etwas wie Straße unter den Rädern. Das letzte Highlight der Lagunenroute lag vor uns, der noch aktive Vulkan Ollagüe, dem die eine oder andere Rauchfahne entfleuchte und angeblich auch in letzter Zeit ein paarmal ausgebrochen ist.

Am Vulkan Ollgüe. Man beachte die leichte Rauchfahne an der Spitze. Im Vordergrund ist erstarrte Lava zu sehen.

Lang hielt die Straße nicht vor, denn da wir zum Salar de Uyuni wollten, mussten wir einen Quer-Feld-Ein-Weg nehmen, um zum ersten richtigen Ort San Juan zu kommen. Endlich, drei Tage nachdem wir von Anja und Niko Abschied genommen hatten, kamen wir in dem Dorf an, mieteten uns in einem Hotel ein und ruhten erst mal zwei Tage aus. Das Frühstück gab es umsonst dazu, weil wir die einzigen Gäste im ganzen Hotel waren. Das war auch zum ersten Mal seit langem wieder reichlich, denn so ein Radlermagen verbraucht nun mal mehr Kalorien als der normale Durchschnittsmensch.
Abgesehen von den Geschenken der Restaurantbesitzerin und des Kanadiers hatten wir auch kaum Vitamine auf dem Weg abgekriegt, wenigstens etwas Gemüse war hier jetzt zu kriegen, auf Obst mussten wir vorerst noch verzichten.
Es blieb weiterhin anstrengend: Nachdem wir – wegen fehlendem GPS oft durch Fragen an vorbei fahrende Autos oder Passanten – endlich den richtigen, schlecht ausgeschilderten Weg gefunden hatten, sahen wir zur Mittagspause zum ersten Mal den Salar von Weitem.

Der Salar de Uyuni von Weitem

Wir mussten noch einen Tag fahren, bis wir ihn dann endlich unter den Sohlen, will sagen Reifen hatten, denn der Salar geht sanft von salzigem Sand in eine relativ gut befahrbare, harte Salzkruste über. Ziel war die Insel Inca Huasi, die berühmteste der scheinbar über 100 „Inseln“, also Erdhügeln mitten im Salar.
Dummerweise hatte uns ein Bewohner des letzten Orts aber einen falschen Tipp gegeben: Angeblich sei die Insel vom Rand aus sichtbar und er zeigte sie uns auch. Wir wussten nur, dass wir uns 40 km nicht ganz nördlich halten sollten. Die beschriebene Spitze stellte sich aber immer mehr als eine kleine Bergspitze des Gebirges heraus, das hinter dem Salar liegt.
Es gibt auch eine Fahrspur auf dem Salar, doch diese ist nicht eindeutig. So fuhren wir versehentlich zu weit östlich und sahen unsern Fehler erst nach knapp 20 km ein.
Eine Orientierung auf dem Salar ist schwierig, denn in alle Richtungen sind nur die Salzfläche oder verschiedene kleine Inseln zu sehen. Am späten Nachmittag steuerten wir einfach die nächstgelegene Insel grob in Fahrrichtung an, die, man sollte es nicht glauben, tatsächlich noch über 20 km entfernt war und doch die ganze Zeit wie zum Greifen nahe erschien. Hieran bemerkten wir nicht zum ersten Mal, wie stark die Wahrnehmung der Entfernung auf dem Altiplano beeinträchtigt ist.

Noch auf der Erde? Ja, auf dem Salar de Uyuni.

Verkleinerungseffekt? Die extrem flache Salzflaeche macht solche Bilder moeglich.

Salzkruste des Salars.

Isla Inca Huasi. Kaum zu glauben, aber sie ist noch über 20 km entfernt.

Es wurde schon dunkel, als wir endlich an der Insel ankamen. Es war wirklich die Isla Inca Huasi, zum Glück! Der erste Einwohner, Don Alfredo, beherbergte bereits den französischen Radler Louis, der aus der Gegenrichtung gekommen war. Wir wurden von Don Alfredos Frau  bewirtet, zum Abendessen gab es Quinoa-Suppe.
Früh am nächsten Morgen bestiegen wir die Insel, um den Sonnenaufgang, der über den Salar hereinbricht, zu beobachten, ein wahrhaft spektakulärer Anblick.

Der Salar bei Sonnenaufgang.

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Eigentlich hatten wir vorgehabt, von hier aus über den Salar nach Osten Richtung der Stadt Uyuni weiterzufahren und von dort aus nach Norden, doch Louis meinte, der Weg nördlich um den Salar herum sei auch gut befahrbar.
Also entschlossen wir uns, jenen Weg zu nehmen, da der Weg von Uyuni nach Norden wohl eher schlechter sein sollte. Zwar brachte uns das in die Lage, eventuell zu wenig Geld für den Weg bis nach Oruru, der nächsten größeren Stadt in Bolivien zu haben, doch erstaunlicherweise reichte es gut aus, um alle Grundnahrungsmittel nachzukaufen. Im ersten Dorf nach dem Salar konnten wir dann auch endlich wieder Obst kaufen, das erste seit fast zwei Wochen!
Immer noch war es hügelig und zwischendrin konnten wir einen riesigen Meteoritenkrater bewundern, an dessen Flanke sich ein kleines Dorf gebildet hatte.

Zutrauliche Lamas.

Mitten durch die Lamaherde.

Quinoa-Statue.

Meteoritenkrater noerdlich vom Salar.

Doch nach zwei weiteren Tagen bekamen wir erstmals seit Chile wieder Asphalt unter die Räder, zwar noch mit Sand durchsetzt, doch es wurde immer mehr. Endlich, etwa 90 km vor Huari, war der Asphalt dann ganz da. In wenigen Tagen schafften wir es bis Oruro – noch wenige Tage zuvor hätten wir dafür doppelt so lange gebraucht. Hier werden wir uns einige Tage aufhalten, um auszuruhen und setzen dann den Weg nach Norden fort.

verfasst von dennis


Ein Kommentar

Auf der Ruta 40 durch das dornenreiche Zentralargentinien

Nach fast 2-wöchigem Aufenthalt in Santiago machten wir uns mit leichterem Gepäck auf nach Norden. Es gibt zwei mögliche Routen, zum einen quer durch die chilenische Atacama-Wüste oder entlang der Ruta 40 durch Argentiniern. Wir entschieden uns für letzteres, denn in der Wüste wären wir aller Voraussicht nach ziemlich auf uns allein gestellt und ohne allzu viele Versorgung gewesen – vor allem ohne Wasser, denn angeblich hat es dort in manchen Teilen, soweit es Menschen bekannt ist, noch nie geregnet.

Weinreben auf dem Weg aus Santiago hinaus

Weinreben auf dem Weg aus Santiago hinaus

So machten wir uns auf, um über unseren ersten richtigen Andenpass mit einer Höhe von 3200 m nach Argentiniern zu gelangen. Doch wir hatten gleich schlechte Vorzeichen: Es regnete. Zunächst war uns der Regen willkommen, denn er spülte den Smog weg und endlich waren die Hausberge Santiagos sichtbar. Dann erfuhren wir sogar, dass der Regen hier als Segen verstanden wird, weil er so selten ist. Leider wurde es mit dem Regen aber kalt und in einer Höhe über 1500 m regnete es nicht, es schneite. Der Pass, über den wir wollten, war also zugeschneit und gesperrt. Ein deutscher Radler, denn wir kurz vorher noch trafen, war gerade noch durchgekommen. Da wir das Ende der Regenphase nicht abschätzen konnten, quartierten wir uns zwangsläufig nochmal in einer Hostería, der letzten vor dem Pass, für ein paar Tage ein, lasen und wanderten durch die Schneelandschaft.

Kilometerlange LKW-Schlangen am Pass Cristo Redentor

Kilometerlange LKW-Schlangen am Pass Cristo Redentor

Ungewöhnliches Bild: Eingeschneiter Kaktus

Ungewöhnliches Bild: Eingeschneiter Kaktus

Auf dem Rückweg zur Hostería nach dem Einkauf

Auf dem Rückweg zur Hostería nach dem Einkauf

Endlich war es dann soweit, der Pass war geräumt und wir konnten umzingelt von LKWs und mit ausgeruhten Beinen hinauf. Der interessanteste Teil des Aufstieg besteht aus 29 dicht aufeinander folgenden Kehren, die teilweise an einer Steilwand liegen. Jede Kurve wird per Schild mitgezählt, damit man auch weiß, wann man endlich oben ist… Und dann geht es nochmal 5 Kilometer zum Pass hinauf. Über 3000 Höhenmetern wurde uns schon die Luft etwas knapp und das Radeln somit sehr anstrengend. Die letzten 100 Höhenmeter schoben wir denn auch hinauf, obwohl die Steigung selbst eher gering war. Oben standen die LKWs Schlange. Die Grenze selbst liegt im Tunnel, den wir nur per Chauffeur durchqueren durften. Dieser fand sich in einem der Straßenbauarbeiter, der uns auch ganz begeistert half und auf die andere Seite bugsierte.

Der Weg die 29 Kehren hinauf von unten...

Der Weg die 29 Kehren hinauf von unten…

...und von oben

…und von oben

Fast geschafft

Fast geschafft!

LKWs ohne Ende

LKWs ohne Ende

An diesem Abend fuhren wir noch ein Stück weit auf argentinischem Gebiet noch nicht ganz unter die Schneegrenze, die wir hier bei 2500 Höhenmetern (statt wie in Chile bei 1500) durchkreuzten. Hier hatten wir unsere erste Begegnung mit den argentinischen Dornengewächsen, die problemlos Martinas pannensicheren Reifen plätteten. Beim Austauschen des Schlauchs kam ein neugieriger Kondor vorbei, der sich das komische Treiben ganz aus der Nähe ansehen wollte. Ohne es zu wissen, hatten wir unser Zelt kurz vor dem Aussichtspunkt auf den Aconcagua aufgeschlagen, dem höchsten Andenberg mit fast 7000 Metern. Erst am nächsten Morgen versuchten wir, einen Blick zu erhaschen. Leider war der Blick durch dichte Wolken vollkommen versperrt (trotz ansonstem wieder recht schönem Wetter). Ganz ehrlich gesagt hätte er sich auch kaum von den umliegenden Bergen abgehoben, denn obwohl wir um die 4500 m unter seiner Spitze waren, sind die umgebenden Berge mit ihm beinahe gleichauf, sodass er auf Fotos relativ unspektakulär wirkt. Danach rollten wir auf die Puente del Inca zu, eine natürliche Steinbrücke, die schon den Inkas bekannt war. Ungefähr hier war auch der südlichste Ausdehnungspunkt des damaligen Inkareiches kurz vor ihrer Eroberung durch die Spanier.

Endlich auf der anderen Seite

Endlich auf der anderen Seite

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Ein Kondor beim Aconcagua. Er flog nur wenige Meter über unsere Köpfe hinweg

Ein Kondor beim Aconcagua. Er flog nur wenige Meter über unsere Köpfe hinweg

Der Aconcagua bei gutem Wetter...

Der Aconcagua bei gutem Wetter…

...aber leider sah es bei uns so aus. Der Berg ist gerade eben noch ungefähr in der Bildmitte im Hintergrund zu erkennen.

…aber leider sah es bei uns so aus. Der Berg ist gerade eben noch ungefähr in der Bildmitte im Hintergrund zu erkennen.

Puenta del Inca

Puenta del Inca

Wie auch immer, durch eine anfangs noch gebirgige, dann aber zunehmend flacher werdende Straße fuhren wir zur nächsten großen Stadt Mendoza. Ungefähr hier bogen wir auf die berühmte Ruta 40 ab, die Argentinien einmal der Länge nach durchläuft. Wir kamen trotz des altbekannten Gegenwindes gut zügig voran, der in Zentralargentinien doch wesentlich schwächer als in Patagonien ist. Nach weiteren vier Platten in unseren pannensicheren Reien lernten wir, nicht achtlos zum Zelten oder Mittagessen in die dornenreiche Pampa zu fahren. In dieser Gegend gibt es vermehrt stachelige Pflanzen, die sehr harte Dornen haben und außerdem winzige Dörnchen, die bei oberflächlicher Betrachtung einem Stein ähneln. Bei einer Inspektion der Mäntel fanden wir insgesamt 20 Dornen, die tief im Reifen steckten, aber noch kein Loch verursacht hatten. Danach ließen wir die Räder an der Straße stehen oder trugen sie über die unsichtbaren Dornenfelder hinweg zu einer sicheren Stelle. Keine weiteren Platten seitdem :-)

Gebirgige Gegend

Gebirgige Gegend

Ein Schrein für Difunta Correa, einer weiteren argentinischen Schutzheiligen. Wer durstig ist, findet hier Wasser...

Ein Schrein für Difunta Correa, einer weiteren argentinischen Schutzheiligen. Wer durstig ist, findet hier Wasser…

Wasserstandsanzeiger in der Steppe. Aber bei den Überschwemmungen wichtig, die von den Anden heransausen.

Wasserstandsanzeiger in der Steppe. Aber bei den Überschwemmungen wichtig, die von den Anden heransausen.

Dornenbusch in Nordargentinien.

Dornenbusch in Nordargentinien.

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In der argentinischen Dornensteppe

In der argentinischen Dornensteppe

Nachdem wir aus der Stadt Jáchal heraus waren, türmte sich mit der Cuesta de Miranda („Aufstieg der schönen Aussicht“) ein gewaltiges Hindernis auf. Nicht nur war die Cuesta de Miranda, eine über 2000 Meter hohe Erhebung, auf einem Schotterweg zu überqueren, sondern es hieß plötzlich von der Polizei, wir müssten aufgrund von Bauarbeiten außen herum fahren. „Außen herum“ bedeutet aber mal gerade locker 300 bis 400 km. Auch war es nicht so, dass in Jáchal oder in irgendeinem anderen Ort zwischendrin jemand etwas davon gewusst hätte.

Etwas ratlos fragten wir nochmal im nächsten Ort nach und dort war man mehrheitlich der Meinung, mit dem Fahrrad sollte ein Durchkommen schon möglich sein. Wir hatten schon einen kleinen Umweg eingeschlagen, doch für eine Rückkehr zur ursprünglichen Route war es noch früh genug, sodass wir beschlossen, direkt an der Baustelle um Erlaubnis zu fragen und das Risiko einzugehen, wieder zurückgeschickt zu werden. Und tatsächlich ist ein Durchkommen für Autos nicht möglich, denn auf einem etwa 3 km langem Gebiet ist der Weg sehr schmal und wird asphaltiert. Zum Glück war wenig Überzeugungskraft unsererseits nötig, um durchgelassen zu werden und so erwies sich die Überquerung zwischen den Baufahrzeugen und Straßenarbeitern als echtes Abenteuer. Besonders faszinierten uns die aus dem Nichts auftauchenden riesigen Kakteen, die uns den ganzen weiteren Weg durch Argentinien begleiten sollten.

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Bauarbeiten an der Cuesta de Miranda

Bauarbeiten an der Cuesta de Miranda

Die "schöne Aussicht"

Die “schöne Aussicht”

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Der Weg im Wesentlichen: Immer geradeaus

Der Weg im Wesentlichen: Immer geradeaus

Riesige Kakteen

Riesige Kakteen

Danach gab es wieder nur die dornenreiche Pampa zu sehen, die zum Teil so flach war, dass wir von einer kleinen Erhöhung aus ohne Probleme am Morgen unseren Schlafplatz am Abend ausmachen konnten.

Erst in der Gegend um Cafayate wurde es wieder aufregend. Zwischen den Städten Cafayate und Salta liegt die sogenannte Quebrada de las Conchas, eine Schlucht zwischen in allen Farben, besonders in Rottönen, schillernden Bergen mit ungewöhnlichen Felsformationen. In der Nähe liegen auch die Ruinen des Indianerdorfes Quilmes, eines Stammes, der der Eroberung durch die Spanier über 130 Jahre lang standgehalten hat und jetzt restauriert und mit Kakteen bewachsen zur Besichtigung freigegeben ist. Ein einheimischer Fremdenführer erzählt uns einiges über das Dorf und man kann richtig sehen, wie nahe ihm die Geschichte seiner damals verschleppten Vorfahren geht.

Ruinas de Quilmes

Ruinas de Quilmes

Steppen-Papageien

Steppen-Papageien

In der Quebrada de las Conchas bestaunten wir die Felsen, die so ungewöhnliche Namen wie Los Castillos (Die Burgen), El Sapo (Die Kröte) oder ähnliches haben und einfach sagenhaft anzusehen sind. Unterwegs treffen wir auch mitten auf der Straße auf unsere erste Lama-Herde, die Martina für eine Pflanze oder so halten, jedenfalls kommen sie schnurstracks auf sie zu und wollen mal ihr orangefarbenes T-Shirt probieren. Aber als Martina lachend abwehrt, sehen sie dann doch ihren Fehler ein und ziehen weiter.

In der Quebrada de la Concha (Muschelschlucht)

In der Quebrada de la Concha (Muschelschlucht)

Los Castillos

Los Castillos

Berge in verschiedensten Farben

Berge in verschiedensten Farben

Allerdings sehr kurvenreich

Allerdings sehr kurvenreich

Lamas im Anmarsch

Lamas im Anmarsch

Da kommen sie an und wollen mal kurz Martinas T-Shirt kosten...

Da kommen sie an und wollen mal kurz Martinas T-Shirt kosten…

...aber dann gehen sie ganz friedlich wieder

…aber dann gehen sie ganz friedlich wieder

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Weitere Eindrücke von der Quebrada

Weitere Eindrücke von der Quebrada

Ein weiteres Highlight: La Garganta del Diablo (Teufelsrachen)

Ein weiteres Highlight: La Garganta del Diablo (Teufelsrachen)

In Salta quartierten wir uns für eine Weile ein, um uns auszuruhen und auf unseren nächsten Abschnitt vorzubereiten. Vor uns liegt eine weitere Andenüberquerung nach Chile und Bolivien zum Salar de Uyuni und damit eine Reihe von Pässen, die zum Teil knapp auf 5000 Meter hochgehen. Diese anstrengende Tour verlangt sorgfältige Akklimatisation und jede Menge Lebensmittel und Wasser im Gepäck, verspricht aber wundervolle Ausblicke und Erlebnisse.

verfasst von dennis und martina


Ein Kommentar

Auf der Panamericana nach Santiago de Chile

In Temuco sind wir in einer im Vergleich zu anderen Orten teuren Hosteria untergekommen, deren Gemeinschaftsräume recht prunkvoll eingerichtet waren. Unser eigenes Zimmer hingegen war winzig und bestand lediglich aus einem großen Bett, um das wir unsere Packtaschen herumgruppierten. Frühstück war mit eingeschlossen (für jeden ein Stück Kuchen und drei Scheiben Toast), doch die Portionen waren für unseren Radlerhunger zu mikrig und so tauchten wir etwas verschämt mit unseren eigenen Brötchen in der Hinterhand am Frühstückstisch auf.

Für Sightseeing nahmen wir uns denn auch nur einen Tag Zeit und freuten uns besonders auf das Mapuche-Indianermuseum. Zu unserer Enttäuschung waren dort vor allem Tonkrüge ausgestellt, denen wir nicht so viel abgewinnen konnten und da die Austellung in Spanisch war, blieb der geschichtliche Hintergrund dieser Gegend besonders für mich dunkel.

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Vase in Temucos Nationalmuseum

Auch das andere Highlight Temucos, der Markt, an dem Mapuchekunst feilgeboten wird, war ein Reinfall. Nach Monaten der Einsamkeit, in denen wir uns höchstens in kleinen, ruhigen Städtchen aufgehalten haben, überwältigte uns der Trubel und wir liefen an allen Ständen vorbei. Auch essen gehen war hier sehr empfohlen, doch vor jedem Restaurant auf dem Markt lauerten Angestellte, die aufdringlich Gäste hineinlocken sollten. Dennis  verging vor Schreck jeder Appetit und als wir uns dennoch in eine Lokalität wagten, schmeckte unser Essen nur leidlich gut.

Am nächsten Morgen regnete es natürlich und wir hatten Gegenwind, aber wir machten uns dennoch freudig auf den Weg. Vor uns lag die berühmte Panamericana, die – mit Unterbrechungen – Feuerland mit Alaska verbindet. Wir freuten uns über wenig Verkehr und einen breiten Seitenstreifen.

Auf der Panamericana Richtung Santiago

Auf der Panamericana Richtung Santiago

 

Unsere Umgebung verschwand wie gewohnt hinter den Regenwolken und so blieb uns nichts außer stur geradeaus zu fahren. Die Suche nach einem Zeltplatz gestaltete sich zunächst sehr schwer. Um uns herum war alles abgezäunt. Als es langsam dunkelte, fuhren wir in das nächste Dorf und fragten bei den Carabineros (Polizisten) nach einer Zeltmöglichkeit. Es begann eine Odysee durch das Dorf, während der wir immer wieder neuen Hinweisen folgten und auf unspezifische Warnungen stiessen, dass Zelten hier gefährlich sei. Letztendlich hatten wir genug, wir verliessen das Dorf und fuhren auf der Panamericana weiter, bis wir ein offenes Tor fanden, das auf einen Acker führte. Unbemerkt konnten wir unser Zelt gut versteckt hinter Bäumen aufschlagen.

Die nächsten Nächte verbrachten wir geschützt auf bewachten Raststellen oder Tankstellen, wo man uns immer erlaubte, das Zelt aufzuschlagen. Der Weg von Temuco nach Santiago de Chile ist flach und so kamen wir schnell voran.

Zelten am Rastplatz

Zelten am Rastplatz

Erste Kakteen

Erste Kakteen

Wein an der Panamericana

Kilometerlang Weinanbau am Straßenrand

Auch vor Unfällen ist man nicht gefeit

Auch vor Unfällen ist man nicht gefeit – in der Regel trifft es aber Autos oder Lkws oder ganze Busse mit übermüdeten Fahrern.

Starker Verkehr

Kaum Verkehr

An unserem dritten Hochzeitstag gingen wir in einer Autobahngaststätte essen und bestellten zur Feier des Tages Cazuela, eine Suppe mit einem großen, weichgekochtem Rindfleischstück und ebenfalls ungeschnittenen Gemüse.

Hochzeitstags-Essen

Hochzeitstags-Essen

Kleines Highlight an der Panamericana: Salto del Laja

Kleines Highlight an der Panamericana: Salto del Laja

Schnell näherten wir uns Santiago und der Regen ließ nach. Auf einmal konnten wir die Anden erkennen, an deren Flanken wir ständig entlangfuhren. Ungefähr hundert Kilometer vor Santiago wurde es neblig. Über zum Greifen nahen Bergen lag eine trübe Suppe, von der wir später entsetzt erfuhren, dass die Suppe nicht etwa Nebel war, sondern Smog.

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Santiago im Smog

Santiago im Smog

Die Einfahrt nach Santiago war ziemlich anstrengend. Am Straßenrand tauchten Radverbotsschilder auf und der Verkehr nahm zu. Wie die chilenischen Radfahrer ignorierten wir die Schilder und fuhren weiter. Irgendwann gab es zu unserer Erleichterung eine Parallelstraße zur Panamericana, auf die wir ausweichen konnten.

Je weiter wir in die Stadt fuhren, desto weniger kamen wir mit dem Verkehr zurecht. Da die Busse und Taxis rechts fahren und wenig Platz zum Ausweichen haben, fahren routinierte Radfahrer auf den großen Straßen links. Ohne genaue Kenntnis des Straßenverlaufs und mit dem durch die Packtaschen aufgeblähten Fahrrad war uns so ein wendiges Fahren nicht möglich und wir mussten immer häufiger auf den Gehweg ausweichen. Dort tummelten sich zahlreiche Fußgänger, aber auch die vorsichtigeren Radfahrer.

Irgendwann kamen wir endlich bei unserem Warmshowers-Gastgeber Jorge an, der selbst gerade erst von einer längeren Radreise nach Hause zurückgekehrt ist. Durch eine glückliche Fügung und Beziehungen kann Jorge fünf Monate lang kostenlos in einem Haus wohnen, das früher mal ein Hostel war. Dadurch hat er viel Platz und er stellte uns ein großes Zimmer zur Verfügung.

Mit Jorge im Aufenthaltsraum

Mit Jorge im Aufenthaltsraum

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Eine besondere bayerische Delikatesse: Sandwich

Bayerisches Sauerkraut? Nicht wirklich, aber ähnlich sieht es schon aus

Bayerisches Sauerkraut? Nicht wirklich, aber ähnlich sieht es schon aus

Jorge half uns tatkräftig bei den schwierigen Erledigungen, die wir uns vorgenommen hatten. Mit seiner Hilfe fanden wir nach gemeinsamer langer Suche die anscheinend einzige Stelle in Santiago, an der wir uns für 60 Euro neue Reißverschlüsse in unser Hilleberg Zelt einnähen lassen konnten.Statt eines neuen Innenzeltes, wie es bei anderen Marken (beispielsweise MSR) üblich ist, hatte Hilleberg uns nur die Reißverschlüsse ersetzt und uns den schlauen Tipp mitgeliefert, dass die Reißverschlüsse jeden Tag mit einer Zahnbürste gesäubert werden müssen. Die Reißverschlußschlitten seien Verschleißteile, die regelmäßig ersetzt werden müssen, bevor durch ihr Zurechthämmern der ganze Reißverschluß ruiniert ist, und deshalb auf so einer Reise mitgeführt werden sollten. Aha.

Falls jemand die Adresse braucht: Weke (ehem. Lippi), Italia 1586, Barrio Italia

Schaden an den Reißverschlüssen

Beispiel für die Schäden an den Reißverschlüssen – einen Eingang hatten wir monatelang komplett zugenäht, da er sich nicht mehr verschließen lies.

verfasst von martina

Unsere Thermarest Isomatten hatten inzwischen beide Blasen bekommen, allerdings im Abstand von fast 2 Monaten. Per Internet hatten wir uns mit dem amerikanischen Anbieter cascadedesigns  in Verbindung gesetzt, der uns ohne große Formalitäten eine Matte ersetzte. Zwischendurch verwendeten wir eine Yogamatte, die wir billig in einem Baumarkt in Coyhaique erstanden. Auch unsere beiden MSR Pumpen für den Benzinkocher schienen den Druck nicht mehr zu halten und wurden ebenfalls von cascadedesigns ersetzt und an Jorges Adresse geschickt.

Kurz vor Santiago war dann die 2.Matte hinüber. Glücklicherweise gibt es in Santiago einen Laden (La Cumbre, Calle Apoquindo) , der die Garantie (gegen eine “Versandgebühr”) einlöst. Immerhin haben wir jetzt 2 neue Matten.

Typischer "Blasen"´-Schaden an der Thermarest-Matte

Typischer “Blasen”´-Schaden an der Thermarest-Matte

Bei Jorge blieben wir ein par Tage und zogen dann für ein paar Tage in ein Hotel (Apartment mit Küche) um. Obwohl Santiago eine riesige Stadt ist, lässt sich nicht leicht an Ersatzmaterial für die Räder drankommen. Immerhin konnten wir in San Diego, der Straße mit der größten Anzahl an Fahrradläden in Santiago, neue Ketten finden und durch die Mechaniker meine Bremse einstellen lassen, ohne dass sie schleift bzw Martinas Tretlager richtig festziehen lassen. Toi, toi, toi…

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Graffiti, Graffiti

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… Graffiti – Santiago ist bunt.

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Alt und neu im harmonischen Zusammenspiel

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Der Hügel Santa Lucia im Herzen Santiagos

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Phantastisch rote Mauer auf Santa Lucia

Eindrücke aus Santiago

Santa Lucia: Grüner Fleck und romantischer Treffpunkt der Jungend.

In ein paar Tagen wollen wir uns dann auf den Weg Richtung Mendoza in Argentinien und von da aus nach Salta und schließlich nach Bolivien. Zur Reduzierung des Gewichts sind wir endlich die ständigen Austauschbücher losgeworden und haben uns 2 E-Reader besorgt. Viele andere schwere und nicht mehr zweckmässige Ausrüstung konnten wir weiterhin bei Jorge lassen.

Wir sind von unserem neuen Spielzeug begeistert.

Wir sind von unserem neuen Spielzeug begeistert.

Hier stellten wir dann fest, wie klein die Welt ist: Im selben Hotel wie wir residierten auch die beiden Schweizer Beat und Luzia, die wir zuletzt in kurz vor Punta Arenas in Patagonien getroffen hatten.

verfasst von dennis


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Zwischen nördlicher Carretera Austral und chilenisch-argentinischer Seenplatte

Regen in allen Formen war unser ständiger Begleiter auf dem nördlichen Teil der Carretera Austral. Aus Coihaque heraus ging es im Nieselregen. Überall sahen wir Regenbogen. Auch ein Andenkondor zeigte sich wieder, den wir diesmal sogar ganz gut fotografieren konnten. Völlig überraschend tauchte auch ab und an ein Kolibri auf, nur um blitzschnell wieder im Dickicht zu verschwinden. Fast zweifelten wir daran, wirklich etwas gesehen zu haben, wäre da nicht jedesmal das laute Hummelbrummeln der Flügel gewesen.

Ein Blick auf Coihaque.

Ein Blick auf Coihaque.

Andenkondor weit in der Luft.

Andenkondor weit in der Luft.

Ein Regenbogen nach dem anderen im verregneten, herbstlichen Südchile

Ein Regenbogen nach dem anderen im verregneten, herbstlichen Südchile

Einmal nicht bei Regen, dafür aber bei dichtem Nebel, ging es durch dichten Regenwald auf grauenhafter Schotterpiste einige hundert Höhenmeter steil nach oben. Den Regenwald bei Regen konnten wir dann authentisch am nächsten Tag bei der Abfahrt nach Puyuhuapi erleben. Besonders faszinierend waren die riesigen Nalca Blätter, die wir so gerne als Schirme benutzt hätten. Die garstigen Stacheln an den Stielen haben uns dann aber abgeschreckt. Nur im dichten Wald selbst gab es Schutz vor dem Regen und dort war alles so zugewuchert, dass wir nur einmal über einen kurzen Wanderweg ins Innere dringen konnten. Plötzlich waren wir von einer feuchten, muffigen Flechtenwelt umgeben. Die wunderschönen Berge und Gletscher, die um uns herum aufragen sollten, waren alle hinter einer dichten Wand aus Wolken versteckt.

Bunte Häuser in Puyuhuapi

Bunte Häuser in Puyuhuapi

Manchmal konnten wir durch den dichten Nebel einen Blick auf die Gletscher werfen.

Manchmal konnten wir durch den dichten Nebel einen Blick auf die Gletscher werfen.

Zelten zwischen riesigen Nalcablättern.

Zelten zwischen riesigen Nalcablättern.

Auch im Regen schmeckt das natürliche Mineralwasser.

Auch im Regen schmeckt das natürliche Mineralwasser.

Ein typisches Panorama der Careterra Austral.

Ein typisches Panorama der Careterra Austral.

Wo es viel regnet, gibt es auch einen reichen Mikrokosmos an Moos und Flechten.

Wo es viel regnet, gibt es auch einen reichen Mikrokosmos an Moos und Flechten.

Plötzlich fahren wir von der Pampa in ein fruchtbares Tal.

Plötzlich fahren wir von der Pampa in ein fruchtbares Tal.

Trotz Regen, Schotter und steilen Steigungen war das Fahren auf der Carretera Austral bisher unser schönstes Raderlebnis. Die Abgeschiedenheit und die Weite und Schönheit der Natur haben uns tief berührt. Trotzdem ging es auch mit einem lachenden Auge nach Argentinien, denn wir freuten uns auf trockeneres Wetter. Tatsächlich konnten wir dann nur staunen, als wir mal wieder die hier winzigen Anden überquerten. Innerhalb eines Tages fuhren wir von immergrünen Wald in die argentinische Pampa, in der kleine Bäume höchstens noch oasenartig an Bächen wachsen. Und damit hatte das Staunen noch kein Ende. Ein weiterer Tag und wir fuhren aus der trockenen Pampa in ein fruchtbares Tal, in dem sich herbstlich gefärbte Bäume tummelten. Natürlich regnete es in diesem fruchtbaren Tal dann doch wieder. Zum Glück gibt es in Chile wie Argentinien überall die gemütlichen Cabanas, kleine Häuschen mit Küche, in die wir uns ausgiebig flüchten.

Besonders bei gemein verregneten Wetter nutzen wir ausgiebig die allseits verbreiteten Cabanas (Ferienhäuser).

Besonders bei gemein verregnetem Wetter nutzen wir ausgiebig die allseits verbreiteten Cabañas (Ferienhäuser), wie hier am Ostersonntag.

Unzählige Fleischfresser und Aasfresser lauern in der Pampa auf frisch überfahrene Beute

Unzählige Fleisch- und Aasfresser lauern in der Pampa auf frisch überfahrene Beute

Die Bäume färben sich rot - es wird Herbst.

Die Bäume färben sich rot – es wird Herbst.

Flüsse tauchen in der Pampa wie Oasen auf und fast an jedem steht der Gauchitoschrein.

Flüsse tauchen in der Pampa wie Oasen auf und fast an jedem steht der Gauchitoschrein.

 

Die leuchtende, sonnige, argentinische Steppe

Die leuchtende, sonnige, argentinische Steppe

Plötzlich fahren wir von der Pampa in ein fruchtbares Tal.

Plötzlich fahren wir von der Pampa in ein fruchtbares Tal.

Bei der Einfahrt in das argentinische San Carlos de Bariloche verlassen wir Patagonien. Ein paar Tage flüchten wir vor Wind und Regen in ein Hostal und schlendern durch das Städtchen. Besonders berühmt ist Bariloche für die Schokolade, die hier überall in Delikatessenläden angeboten wird. Natürlich müssen wir die probieren und leisten uns eine kleine Auswahl an unterschiedlichen Schokoladenarten. Danach geht es hinein in  die argentinische Seenplatte. Leider verschwindet die schöne Landschaft häufig hinter Wolken und das Wandern ist uns mittlerweile zu kalt und nass. Die Natur hier ist auch gezähmter, vorbereitet für die allsommerliche Touristenschwemme, von der wir im feuchten Spätherbst kaum etwas mitbekommen. Zum Baden ist es zu kalt, aber die Seen sind angenehm stille Rastplätze.

Luxus: Mit verschmuster Katze im Kinoraum eines Hostals.

Luxus: Mit verschmuster Katze im Kinoraum des Hostals in Bariloche.

See bei San Martin de los Andes in Argentinien

See bei San Martín de los Andes in Argentinien

Blick ins Tal auf der 7 Seen Route

Blick ins Tal auf der 7 Seen Route

Und wieder ein vernebeltes, herbstliches Tal

Und wieder ein vernebeltes, herbstliches Tal

Eine besonders gemütliche Picknickstelle.

Eine besonders gemütliche Picknickstelle.

See bei San Carlos de Bariloche in Argentinien.

See bei San Carlos de Bariloche in Argentinien.

Wir leisten uns die exquisite Schokolade in Bariloche

Wir leisten uns die exquisite Schokolade in Bariloche

Bei dem angeblich schönsten Berg der Welt, dem über 3000 m hohen Vulkan Lanín, überqueren wir wieder die Grenze zu Chile. Leider verschwindet auch der Vulkan hinter einer dicken schwarzen Wolkendecke, bevor wir richtig nah heranradeln können. Lediglich die beeindruckenden Araukarien, Nadelbäume, die in dieser Gegend typisch sind, können wir bewundern. Im Platzregen, der sich bald aus den schwarzen Wolken ergiest und heftigen Gegenwind fahren wir in den Nationalpark Lanín. Die Strasse besteht dort aus feiner Lavaasche, auf der wir kaum vorankommen. Zum Glück sind wir bald an der Grenze und dort geht es nur noch bergab. Einen Vulkan nach dem anderen passieren wir, ohne auch nur einen Umriss zu Gesicht zu bekommen. Den berühmten Vulkan Villarica wollten wir dann eigentlich mit einer Tour besteigen. Zu unserer Entäuschung erfuhren wir aber, dass die brodelnde Lava seit 2010 nicht mehr zu sehen ist. Also lassen wir die Vulkane endgültig hinter uns.

Die Vulkane verschwinden im Nebel.

Die Vulkane verschwinden im Nebel.

Ein kurzer Wanderausflug im Regen im Nationalpark Lanin.

Ein kurzer Wanderausflug im Regen im Nationalpark Lanín.

Rinde einer Auracazie.

Rinde einer Araukarie

Die Nadeln einer Auracazie.

Die Nadeln einer Araukarie.

Auracazien vor dem Vulkan Lanin.

Araukarien vor dem Vulkan Lanin.

Der Vulkan Lanin verschwindet gerade hinter dicken schwarzen Regenwolken.

Der Vulkan Lanín verschwindet gerade hinter dicken schwarzen Regenwolken.

Ein Blick auf den Vulkan Lanin von Weitem.

Ein Blick auf den Vulkan Lanín von Weitem.

Die argentinischen Nächte sind kalt - wir sind auf über 1000 m.

Die argentinischen Nächte sind kalt – wir sind auf über 1000 m.

In Temuco endet das Seengebiet und vor uns liegt eine ziemlich unspektakuläre Strecke bis Santiago.

verfasst von martina

 


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Im Gletschergebiet

Um bis nach El Chaltén zu kommen, mussten wir uns mal wieder gegen den Wind kämpfen. Obwohl der Weg theoretisch in knapp zwei bis drei Tagen zu bewältigen gewesen wäre, brauchten wir ganze fünf. Auf dem Weg konnten wir sogar weit entfernte Kondore beobachten, was uns für die Strapazen etwas entschädigte.

Übernachtungshaus zwischen El Calafate und El Chaltén

Übernachtungshaus zwischen El Calafate und El Chaltén

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Angekommen in der Stadt, quartierten wir uns für ein paar Tage ein. Da mein Knie allerdings durch die Wanderungen in den Torres del Paine aber noch angeschlagen war, musste Martina sich allein auf Tageswanderungen begeben und es hat sich trotz starker Bewölkung wirklich für sie gelohnt.

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Dogge am Campingplatz in El Chaltén mit seinem Lieblingsspielzeug

Dogge am Campingplatz in El Chaltén mit seinem Lieblingsspielzeug

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Lagune bei El Chaltén

Lagune bei El Chaltén

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Papagei beim Frühstücken in El Chálten

Papagei beim Frühstücken in El Chálten

Wir hatten gehört, dass der schönste Weg nach Nordpatagonien über die Carreterra Austral, die Fortsetzung der Panamericana in Chile, führen sollte. Von El Chaltén aus gibt es ansonsten nur noch den Weg über die windige und vermutlich eintönige argentinische Ruta 40 nach Norden. Das Problem: Von El Chaltén aus gibt es keine durchgängige Straße nach Villa O’Higgings, die erste Stadt auf der Carreterra Austral. Daher blieb nur folgender Weg, der weitere drei Tage dauerte und von vielen Patagonien-Radlern genommen wird.

Zunächst verließen wir El Chaltén über eine windige Schotterpiste nach Norden zum Lago del Desierto, einem See inmitten der aufragenden gletscherüberzogenen Berge. Mit einer Fähre setzten wir ans andere Ende über, sahen atemberaubende Gletscher, die wie zum Anfassen wirkten. Auf der anderen Seite konnten wir direkt am Grenzposten Argentiniens übernachteten.

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Fahrt über den Lago del Desierto

Fahrt über den Lago del Desierto

Der nächste Tag war der wirklich anstrengende, denn ab dieser Stelle gibt es nur einen reinen Wanderpfad, der schiebend- und tragenderweise bewältigt werden muss. Es geht teilweise steil nach oben, wir konnten die Vorderradtaschen nur in unseren Rücksäcken mit transportieren und sogar die Räder zu zweit über die Hindernisse tragen, sodass wir uns an den Alptraumlehrpfad in Österreich am Anfang unserer Reise erinnert fühlten. Erst am späten Nachmittag trafen wir an der Grenze (wohlgemerkt nicht Grenzposten) zu Chile eintrafen. Von dort aus ließ es sich wieder fahren, wenn auch auf einer mit riesigen Steinen übersäten Wellblechpiste. Bis zum Sonnenuntergang hatten wir es dann bis zum nächsten See, dem Lago O’Higgings geschafft, wo dann endlich der chilenische Grenzposten war.

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Lago del Desierto

Lago del Desierto

Wanderweg zwischen Argentinien und Chile

Wanderweg zwischen Argentinien und Chile

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Lago O’Higgins bem Sonnenuntergang

Den nächsten Tag verbrachten wir fast gänzlich in der Wartehütte am See, denn die nächste Fähre, die Mitte März nur noch einmal wöchentlich fährt, sollte erst am späten Nachmittag fahren. Mit uns zusammen warteten fünf weitere Radler und drei Backpacker und die Fähre kam schließlich – mit über fünf Stunden Verspätung!

Am Lago O'Higgins

Am Lago O’Higgins

Da der Lago O’Higgings um ein Vielfaches größer als der Lago del Desierto ist, dauerte die Fahrt ein paar Stunden und es war schon mitten in der Nacht bei der Ankunft. Da keiner unserer Mitradler genau wie wir jetzt noch groß Lust auf Weiterfahren hatte, schlugen wir mehr oder weniger an Ort und Stelle unser Nachtlager auf, bevor wir am nächsten Morgen weiter in kleine Villa O’Higgins weiterfuhren, unsere Vorräte auffüllten und, endlich auf der Carretera Austral, weiter nach Norden fuhren.

Rastplatz an der Carretera Austral

Rastplatz an der Carretera Austral

Der Weg ist hauptsächlich nicht asphaltiert, mit Wellblech, zudem mit vielen Steigungen versehen und nach etwa 100 km gab es eine weitere Fähre, die wir nehmen mussten. Trotz dieser Strapazen hatte der Weg sich definitiv gelohnt, denn wir hatten jeden Tag spektakuläre Aussichten auf Gletscher und schneebedeckte Berge.

Steil...aber so stark dann doch nicht

Steil…aber so stark dann doch nicht

Kurvige Carretera Austral

Kurvige Carretera Austral

Fähre bei Puerto Yunguay

Fähre bei Puerto Yunguay

Am Rio Baker

Am Rio Baker

Auf dem Weg hielten wir in Rio Puerto Tranquilo, um uns die sogenannten Catedrales de Mármol am Lago General Carrera anzusehen. Dabei handelt es sich um natürlich entstandene, säulenartige Auswaschungen in der Nähe des Ufers, die wir uns per Boot ansahen.

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Catedrales de Mármol

Catedrales de Mármol

In der Nähe der Stadt Villa Cerro Castillo sahen wir uns die Manos de Cerro Castillo an, Handabdrücke von Tehuelche-Indiandern, die mindestens 6000 Jahre alt sein sollen, aber schon sehr verblasst sind.

Las Manos de Cerro Castillo

Las Manos de Cerro Castillo

Schließlich kamen wir in Coyhaique, der nächsten größeren Stadt Patagoniens an, wo wir uns eine Woche aufhalten wollen, um uns auszuruhen und einige Probleme mit unserer Ausrüstung zu beheben, die sich in der letzten Zeit leider angehäuft haben.

verfasst von dennis


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Zwischen Torres del Paine und El Calafate

So viele Radler wie in Patagonien haben wir bislang noch nie auf einen Haufen getroffen, fast täglich kommt uns entweder jemand entgegen oder fährt in unsere Richtung. So fanden wir einige wichtige Anhaltspunkte über unsere Reiseroute heraus, z.B. wo es gute Übernachtungsplätze oder Verpflegung gibt.

Sonnenaufgang im Nebel

Sonnenaufgang im Nebel

Flamingos

Flamingos

Den Weg an der Küste bis nach Ecuador kann man nicht komplett auf chilenischer Seite mit dem Rad befahren, sondern man muss mehrmals die Grenze zwischen Chile und Argentinien überqueren. Auch weht hier unten, wie ihr ja schon wisst, die Mutter aller Winde und natürlich auch meistens gerade noch aus der Richtung, in die wir fahren wollen. Da was Windgeschütztes am Abend zu finden, ist nicht gerade einfach, viele Radler übernachten in sauengen Buswartehäuschen, aber da geht man selbst zu zweit fast nicht rein, daher haben wir das bislang nicht gemacht.

Übernachtung im Stall in Villa Tehuelches

Übernachtung im Stall in Villa Tehuelches

Windgeschützte Hütte in Morro Chico

Windgeschützte Hütte in Morro Chico

Die schweizer Radler Beat und Lucia. Mittlerweile haben wir uns schon häufiger mal getroffen

Die schweizer Radler Beat und Lucia. Mittlerweile haben wir uns schon häufiger mal getroffen

Auch mussten wir feststellen, dass unsere Räder im Vergleich zu den meisten anderen Radlern jetzt etwas zu schwer bepackt wirken. Naja, die meisten Radler hier sind auch noch nicht um den halben Globus gedüst, sondern machen “nur” Südamerika.

In Punta Arenas gibt es die Zona Franca (Freihandelszone), in der man unter anderem auch Outdoorequipment bekommt. Wer sich hier also noch verhältnismäßig billig eindecken will, sollte das hier machen. So wie wir, die jetzt beschlossen hatten, im weltberühmten Nationalpark Torres del Paine ein paar Tage wandern zu gehen und dafür ein paar Rucksäcke brauchten. Die kann man zwar auch leihen, aber auch im weiter nördlich liegenden El Chaltén wollen wir auch noch etwas wandern, also wird es sich schon auszahlen.

Auf dem Weg nach Puerto Natales

Auf dem Weg nach Puerto Natales

Kormorane in Puerto Natales

Kormorane in Puerto Natales

verfasst von dennis

Wir kauften also riesige 70 Liter Billigrucksäcke (für jeweils ca. 15 Euro) und hofften, dass diese uns auf unserer Rundtour um die Türme (Torres) nicht im Stich lassen würden. Der Weg von Punta Arenas bis zum Nationalpark war asphaltiert und wir gewöhnten uns an, noch vor Sonnenaufgang aufzubrechen, um in den frühen Morgenstunden ein Weilchen ohne heftigen Wind zu fahren. Mitunter wurde der Wind mittags so stark (mit Böen von 100 km pro Stunde aus Nordosten und stetigem Wind von 70 km pro Stunde), dass Fahren nicht mehr möglich war (was wir nach ein paar harmlosen Stürzen einsehen mussten).

In der nächsten größeren Stadt Puerto Natales kauften wir Proviant für 19 Tage ein, da wir uns über das Angebot in dem einzigen kleinen Dorf bis zur nächsten Stadt nicht klar waren und das Essen im Nationalpark extrem teuer sein sollte. Sehr schwer bepackt ging es weiter. Der Asphalt begleitete uns bis kurz vor den Nationalpark, während sich der Wind (zusammen mit der Pampa) glücklicherweise schon vorher verabschiedete. Doch dann begegnete uns der bisher übelste Schotterweg unserer Reise. Eine 30 Kilometer lange Wellblechpiste, auf der wir uns nur noch außerordentlich langsam vorantrauten. Hier verlor Dennis ein paar Schrauben, einen Haken einer Vorderradtasche und das Befestigungskabel für seine Lenkertasche riss, zudem brachen bei seinem Hinterrad zwei Speichen.

Blutroter Sonnenaufgang

Blutroter Sonnenaufgang

Die "Torres" aus der Ferne

Die “Torres” aus der Ferne

Ein paar neugierige Guanacos

Ein paar neugierige Guanacos

Ja, vor dieser Kulisse kommen sie richtig zur Geltung

Ja, vor dieser Kulisse kommen sie richtig zur Geltung

Im Nationalpark angelangt entschädigten uns die unglaublichen Ausblicke auf hochaufragende Felsen und Flamingo-besuchte Lagunen unterschiedlichster Farben. Wir stellten unsere Räder bei einem Hotel ab und starteten unsere Rundtour, ausgerüstet mit einem Schlafsack, zwei Isomatten, dem schweren Zelt, Kocher, Stirnlampen, Handtuch, Seife, Fotoapparat, zwei Büchern und Essen für 10 Tage. Lediglich ein zweites Paar Socken zum Wechseln habe ich schmerzlich vermisst. Der Weg war nämlich extrem staubig und zum Teil matschig, so dass ich in meinen Sandalen zum Teil auf vor Dreck steinharten Socken wanderte. Waschen war zwar möglich, doch um das Trocknen der Socken in kaltem Wetter zu gewährleisten, musste ich die nassen Socken anziehen und über Nacht durch die Körperwärme trocknen. Aber bloß nicht mit den nassen Zeug in den Daunenschlafsack, nein, die Wärme im Zelt musste ausreichen.

Falls ihr euch je gefragt haben solltet, wo sich Fuchs und Hase Gute Nacht (oder in diesem Fall Guten Morgen) sagen ...

Falls ihr euch je gefragt haben solltet, wo sich Fuchs und Hase Gute Nacht (oder in diesem Fall Guten Morgen) sagen …

...dann werdet ihr in den Torres del Paine fündig. Nein, leugnen ist zwecklos, wir haben euch nur um eine Minute verpasst.

…dann werdet ihr in den Torres del Paine fündig. Nein, leugnen ist zwecklos, wir haben euch nur um eine Minute verpasst.

Wegen unserer vom Radfahren stark zurückgebildeten Wandermuskulatur planten wir mit gemütlichen Tagesstrecken von 4 bis 6 Stunden Wandern pro Tag. Am ersten Tag ließen wir unsere tonnenschweren Rucksäcke im Zelt und wanderten zu den Torres. Die Wege waren aufregend und abwechslungsreich und anstrengend. Außer uns waren noch jede Menge anderer Touristen unterwegs nach oben oder nach unten und ein ständiges “hola” war auszutauschen, manchmal freundlich, manchmal keuchend, manchmal gelangweilt. Der Anblick am Aussichtspunkt war dann umwerfend. Wir packten unser karges Wander-Mittagsmahl aus, eine Packung Kekse mit drei Scheiben Käse und einen Schokoriegel, und  genossen eine Stunde den fantastischen Ausblick. Völlig überrascht stellten wir fest, dass Wandern bei Weitem nicht so hungrig macht wie Radfahren – zum Glück :-)

Blick ins Tal...

Blick ins Tal…

...und auf den Gipfel

…und auf den Gipfel

Steile Abhänge und viele Wanderer

Steile Abhänge und viele Wanderer

Über ein paar Gebirgsbäche...

Über ein paar Gebirgsbäche…

...über ein Geröllfeld...

…und ein Geröllfeld…

... bis hoch zu den Torres (und welcher von euch ist nun B'elanna?)

… bis hoch zu den Torres (und welcher von euch ist nun B’elanna?)

Ja, als wir endlich oben waren, waren wir glücklich.

Ja, als wir endlich oben waren, waren wir glücklich.

Der nächste Tag fing für mich übel an. Ich hatte von der 10 stündigen Wanderung solchen Muskelkater in den Waden, dass gerade beim bergabgehen jeder Schritt schmerzte und ich nur mit winzigen Minischritten vorankam. Zusätzlich lastete der Rucksack ungewohnt schwer auf unseren Schultern. So brauchten wir für die extrem großzügig angegebenen 4 Wanderstunden tatsächlich 6 und kamen völlig fertig beim Zeltplatz an, ich mit Muskelkater und Dennis mit Schulterzerrung. Als ich dann auch noch unser mühselig zubereitetes Abendessen verschüttete und wir ohne Essen ins Zelt krochen, begannen wir unsere Wanderentscheidung schon zu bereuen. Doch am nächsten Morgen bissen wir die Zähne zusammen und wanderten weiter, bis schließlich sogar am dritten Tag mein Muskelkater verschwand! Die Rucksäcke wurden leichter, die Wanderer weniger, die Strecken anspruchsvoller doch auch landschaftlich reizvoller. Wir kamen an Gletschern vorbei, kreuzten Flüsse, überquerten einen Pass, ertrugen Regen, begrüßten Sonnenschein, bestaunten die sich ständig ändernden Bergspitzen.

Wandern in Blumenwiesen

Wandern in Blumenwiesen

Greifvogel am Campingplatz

Greifvogel am Campingplatz

Verregneter Morgen

Verregneter Morgen

Aber immer wunderschön!

Aber immer wunderschön!

In Sichtweite des Gletschers "Los Perros"

In Sichtweite des Gletschers “Los Perros”

Der Gletscher "Los Perros"

Der Gletscher “Los Perros”

Abwechslungsreicher Aufstieg zum nächsten Gletscher

Abwechslungsreicher Aufstieg zum nächsten Gletscher

Kleiner Gletscher zwischendurch

Kleiner Gletscher zwischendurch

Blick ins Tal über ein Geröllfeld

Blick ins Tal über ein Geröllfeld

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Am Grey-Gletscher

Am Grey-Gletscher

Sagenhafter Ausblick auf den "Grey"

Sagenhafter Ausblick auf den “Grey”

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Der "Grey" von nahem

Der “Grey” von nahem

Der Gletscher bildet am Südende einen See

Der Gletscher bildet am Südende einen See

Die Strecke bleibt abenteuerlich

Die Strecke bleibt abenteuerlich

Ab und zu gibt es ein paar  Waldbewohner zu bewundern

Ab und zu gibt es ein paar Waldbewohner zu bewundern

Am anderen Ende des Grey-Gletschers

Am anderen Ende des Grey-Gletschers

Die zweite Hälfte unserer Tour führte durch das touristisch zugänglichere “W” und wir begegneten plötzlich wieder jeder Menge Leuten. An einem Regentag blieb Dennis im Camp zum Lesen und ich machte mich allein auf zum Mittelteil des “W”, einem Aussichtspunkt in der Mitte des Gebirges. Die Stille um mich herum war wundervoll und nach dem ganzen Wandertraining kam ich ohne Rucksack beschwingt und schnellen Schrittes voran. Auf einmal überholte ich Leute und stellte überrascht fest, dass Wandern auch ein Wettbewerb ist. Zum Teil zog sich das Überholen über Minuten dahin, weil entweder der Weg blockiert wurde oder die Wanderer vorne plötzlich ein schnelleres Tempo versuchten. Mein Ziel, der Aussichtspunkt, hatte leider fast keinen Reiz im Regen und so machte ich mich schnell wieder auf den Weg nach unten. Nach 8 Tagen waren wir wieder an unserem Ausgangspunkt angelangt, wir hatten die Umrundung geschafft, sogar schneller als geplant!

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Fingerhut am Wegesrad

Fingerhut am Wegesrad

Treibende Eisschollen des Gletschers auf dem gleichnamigen See

Treibende Eisschollen des Gletschers auf dem gleichnamigen See

Ein unglaubliches Zwielicht...

Ein unglaubliches Zwielicht…

Der Abstieg zum Lago Pehoé

Der Abstieg zum Lago Pehoé

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Aufstieg zum Gletscher Francés

Aufstieg zum Gletscher Francés

Lago Nördenskjöld

Lago Nördenskjöld

Und noch ein paar Flamigos

Und noch ein paar Flamigos

Dennis hatte die Umrundung jedoch lediglich “überlebt” und empfand das Bergwandern als Vernichtungsmaschine für unsere Ausrüstung. Seine Bilanz unseres Ausflugs, zusätzlich zu den oben erwähnten Fahrradteilen:

  • Hosenbeine von zwei Hosen in Fetzen
  • Das Kabel für unser Solarladegerät gab mal wieder den Geist auf
  • Riss in der Zelttasche
  • Zwei Heringe komplett verbogen
  • Budget komplett gesprengt: ca. 25 Euro Eintritt p.P und ca. 15 Euro Übernachtungsgebühr pro Tag.

Wir nahmen unsere Fahrräder wieder in Empfang und reisten nach Argentinien ein, mit dem Ziel El Calafate und der dortigen Touristenattraktion, dem Perito Moreno Gletscher. Da wir endlich mal Richtung Osten fuhren (Rückenwind!), warteten wir bis zum Nachmittag und ließen uns vom heftigen Rückenwind den Weg entlangrollen. Da es noch ganz leicht nach unten ging fuhren wir fast ohne zu treten mit 20 bis 30 km pro Stunde nach Tapi Aike. Dort konnten wir bei einem Häuschen von Straßenbauarbeitern zelten und deren Küche benutzen. Natürlich trafen wir dort auch wieder Radler – besonders angenehme Zeltplätze sprechen sich herum. Nach einer weiteren Strecke Schotter erreichten wir wieder ein Straßenbauhäuschen und andere Radler. Hier konnten wir in einer Hütte schlafen und sogar duschen.

Ein Nandu

Ein Nandu

Ein Schrein für Gauchito Gil, argentinischer Schutzpatron der Reisenden.

Ein Schrein für Gauchito Gil, argentinischer Schutzpatron der Reisenden.

Schotterpiste zwischen Tapi Aike und El Cerrito

Schotterpiste zwischen Tapi Aike und El Cerrito

Übernachtungshütte der Vialidad iin El Cerrito

Übernachtungshütte der Vialidad iin El Cerrito

Jetzt mussten wir wieder nach Westen weiter und das bedeutete eigentlich Gegenwind. Wir brachen also früh auf und konnten unser Glück kaum fassen. Der Wind hatte gedreht und wir hatten tatsächlich noch einmal Rückenwind. So kamen wir einen Tag früher als geplant in El Calafate an. Zunächst fanden wir kostenlosen Unterschlupf in einer zum Teil niedergebrannten Hippie-WG, doch wegen einer großen Party, für die jeder Platz benötigt wurde, zogen wir auf einen nahegelegenen Campingplatz.

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Blick auf den Lago Argentino, ca 70 km vor El Calafate

Blick auf den Lago Argentino, ca 70 km vor El Calafate

El  Calafate scheint eine Stadt zu sein, die ausschließlich für Touristen gebaut ist. Überall gibt es teure, süße Souvenirläden. Die Outdoorläden bieten Hightechwaren an, die sich die Einheimischen kaum leisten können und schon vor dem ersten klassischen Radladen wurden wir vor den Preisen gewarnt. Die Geschäfte, die wir suchten, um unsere kaputte Ausrüstung reparieren zu lassen, befanden sich jedoch häufig in Privathäusern und waren billig. So klopften wir an eine Wohnungstür und wurden zu einer Werkstatt im Hinterhof geführt, wo unsere Räder begutachtet wurden und wir mit einem Set Ersatzschrauben und einem Ersatzkabel für die Lenkertasche ausgestattet wurden. Unser Kabel für das Solarladegerät wurde in einem langwierigen Prozess repariert, leider mit dem unerklärlichen Nachteil, dass sich unser Handy nicht mehr laden lässt. Auch Dennis Wanderschuhe wurden geflickt.

Am nächsten Morgen fuhren wir mit dem Bus zum Gletscher. Nicht die Länge des Gletschers warf uns um, das kannten wir schon vom Greygletscher im Torres del Paine Park. Aber die 50 – 60 Meter hohe Gletscherkante, aus der immer wieder tosend große Stücke herausbrachen, beeindruckte uns sehr. Die Eisschollen glitzern in intensiven Blautönen. Wir hatten ein paar Stunden Zeit, den Gletscher aus verschiedenen Perspektiven zu bewundern.

Der Perito Moreno Gletscher.

Der Perito Moreno Gletscher.

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Atemberaubend, so von nahem

Atemberaubend, so von nahem

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Kleine Eule oder Kauz

Kleine Eule oder Kauz

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Hin und wieder lösen sich geräuschvoll Stücke om Gletscher. Trotzdem wächst der Gletscher immer wieder nach.

Hin und wieder lösen sich geräuschvoll Stücke om Gletscher. Trotzdem wächst der Gletscher immer wieder nach.

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Als nächstes führt uns unser Weg nach El Chaltén, wieder mal ein Wanderparadies…

verfasst von martina

Übrigens haben wir unsere Statistik-Seite auch mal um ein paar Bilder erweitert, nur für den Fall, dass das interessant ist für euch…


4 Kommentare

Am Ende der Welt – Tierra del Fuego

Unser südamerikanischer Startpunkt liegt in Feuerland, am sogenannten Ende der Welt. Die Welt endet genau dort, wo die südlichste Strasse endet, auf der man rein theoretisch bis nach Alaska durchfahren kann. Und diese Strasse endet bei einem Schild, vor dem sich scheinbar jeder Feuerlandtourist fotografiert. Natürlich auch wir, und weil wir den Touristenmassen ein Schnippchen geschlagen haben und besonders früh in den Nationalpark aufbrachen, mussten wir nur ein Weilchen warten, bis wir mit dem Foto an der Reihe waren. Und das im besten Morgenlicht…

Am Ende der Welt

Am Ende der Welt

Der Nationalpark Tierra del Fuego hatte natürlich noch etwas mehr zu bieten als das obligatorische Foto: Träume von der greifbar nahen Antarktis, Kingfisher beim Tauchen nach Fischen, eingeschleppte Biber, die die langsam nachwachsenden feuerländischen Bäume zu schnell dezimieren und eine Schneise der Verwüstung hinterlassen und frostige Bergspitzen.

Nationalpark Tierra del Fuega

Nationalpark Tierra del Fuega

Nationalpark Tierra del Fuega

Nationalpark Tierra del Fuega

kingfisher beobachtet seine Beute

kingfisher beobachtet seine Beute

kingfisher im Anflug...

kingfisher im Anflug…

Nationalpark Tierra del Fuega

Nationalpark Tierra del Fuega

Biberdamm

Biberdamm

Die Biber haben gewütet

Die Biber haben gewütet

Der Übeltäter im Wasser

Der Übeltäter im Wasser

Lustige Vögel

Lustige Vögel

Ushuaia, die “südlichste Stadt der Welt”, ist relativ jung. Die bunten Häuser schauen anmutig in die kaltwilde Landschaft. Wir wurden von unserem Warmshowers-Gastgeber Ignacio vom Flughafen abgeholt und fuhren erst mal durch die Stadt, bis wir seine kleine Hütte erreichten. Dort konnten wir uns im Dachgeschoss einrichten.

Ushuaia

Ushuaia

Irgendwie unwirklich - ein riesiges Kreuzfahrtschiff vor einer schneebedeckten Berglandschaft

Irgendwie unwirklich – ein riesiges Kreuzfahrtschiff vor einer schneebedeckten Berglandschaft

Mit Ignacio am Strand

Mit Ignacio am Strand

Merengue, "typisch" argentischer Nachtisch, zumindest bei Ignacio. Dazu gab es leckere selbstgemachte Pasta

Merengue, “typisch” argentischer Nachtisch, zumindest bei Ignacio. Dazu gab es leckere selbstgemachte Pasta

Obwohl es bei Ignacio sehr heimelig war und wir extrem gastfreundlich aufgenommen wurden, zog es uns auf die Strasse, kaum dass wir den Jetlag weggeschlafen hatten. Wir wollten das sagenumwobene Feuerland nun so schnell wie möglich kennen lernen. Feuerland ist natürlich auch im Sommer (jetzt) ziemlich kalt und außerdem sehr windig. Außerdem gibt es hier bei Radlern berüchtigte Schotterstrassen zu fürchten. Als wir aufbrachen war von diesen Schrecken nichts zu spüren. Wir hatten angenehm frisches Wetter und Ausblick auf herrliche Berglandschaften.

Bergpanorama

Bergpanorama

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Ziemlich  bald begann jedoch die Pampa und wir machten erste Bekanntschaft mit dem Wind, der uns immer wieder von der Strasse blies. Radfahren wurde eine ganz neue Herausforderung und die machte uns sogar Spaß. Nach und nach begegneten wir immer mehr Radlern, die mit fetzigem Rückenwind in der entgegengesetzte Richtung an uns vorbeidüsten. Der kurze Sommer schränkt die Radsaison stark ein, so dass sich alle Radler zur gleichen Zeit einfinden. Viele haben eine lange Südamerikatour hinter sich und beginnen mit langen Bärten glücklich ihren Endspurt in Feuerland. Dann gibt es noch jene, die in die gleiche Richtung fahren wie wir und dem gleichen Gegenwind trotzen müssen.

Achtung Wind!

Achtung Wind!

Der Schweitzer Christian, einer der vielen Radler auf dem Weg...

Der Schweitzer Christian, einer der vielen Radler auf dem Weg…

Staub und Schotter in der Pampa

Staub und Schotter in der Pampa

Und wieder Schweizer, sogar mit Kindern auf großer Tour

Und wieder Schweizer, sogar mit Kindern auf großer Tour

verfasst von martina

Aber auch die Einheimischen interessieren sich für uns: Zum Beispiel, als uns der Campervan-Fahrer Jorge von der Staße weg zum Kaffee einlädt und uns neugierig ausfragt.

Mit Jorge in seinem Mini-Campervan.

Mit Jorge in seinem Mini-Campervan.

In Tolhuim gibt es eine Bäckerei, bei der Radler kostenlos übernachten dürfen. Außerdem ist dort dem argentinischen Arzt René Favaloro, der seines Zeichens den Herz-Bypass erfunden hat, ein (trauriges) Denkmal gesetzt.

In Tolhuim an einer Statue der Ureinwohner

In Tolhuim an einer Statue der Ureinwohner

Denkmal René Favaloros in der Bäckerei "La Unión"

Denkmal René Favaloros in der Bäckerei “La Unión”

Auch viele Tiere sehen wir hier: Abgesehen von den Gunanco-Lamas, die an jeder Straßenecke stehen, laufen uns Füche über den Weg. An einem Strand können wir sogar vorbeiziehende Süddelphine beobachten.

Vorsicht, Lamas.

Vorsicht, Lamas.

Und da kommen sie auch schon...

Und da kommen sie auch schon…

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,,, in Massen daher.

… in Massen daher.

Delphintreiben direkt am Strand

Delphintreiben direkt am Strand

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Fuchsjunges

Fuchsjunges

Da Feuerland zwischen Argentinien und Chile aufgeteilt ist, übequeren wir schließlich auch die Grenze zu Chile. Ab diesem Zeilpunkt kommt zum Gegenwind und Regen auch noch ein übler Straßenbelag in Form einer 150km langen Schotterpiste hinzu. Wenigstens Sightseeing gönnen wir uns noch: An der Bahía Inútil besuchen wir die Pingüinera, die zwar unverschämt teuer ist, aber wann hat man schon sonst mal die Gelegenheit, Königspinguine in freier Wildbahn zu beobachten ? Und das gleich mehrfach, weil man und wenigstens gestattet dort zu zelten,

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Viele, viele Königspinuine.

Viele, viele Königspinuine in Freiheit und außerhalb der Antarktis.

Nach vielen anstrengenden Tagen haben wir es schließlich geschafft, uns mit einer Handvoll andere Radler bis zur Fähre nach Punta Arenas auf chilenischem Festland durchzuschlagen. Dort harren wir etwas aus, um uns dann weiter nach Norden (wieder gegen den Wind) aufzumachen.

Kein Witz: Dieser Baum ist wirklich so gewachsen. Das kommt davon, wenn man im Windkanal aufwächst ....

Kein Witz: Dieser Baum ist wirklich so gewachsen. Das kommt davon, wenn man im Windkanal aufwächst ….

verfasst von dennis

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